"Die Leute sind um ihr Leben gerannt"
Lokalaugenschein in Virgen nach der Mure: Bundesheer, Feuerwehr und freiwillige Helfer rackern pausenlos, um die Spuren der Unwetter zu beseitigen.

Foto © Kasupovic60 Kubikmeter Schlamm räumten das Bundesheer, die Feuerwehr und freiwillige Helfer mit Schubkarren und Eimern aus dem Medienraum der Schule. Auch beim Pfarramt hat die Mure eine Spur der Zerstörung hinterlassen
Die Lage in Virgen entspannt sich langsam. Auf den ersten Blick ist von der Katastrophe wenig zu sehen. Im Ortskern jedoch werden die Ausmaße sichtbar. Mehrere Schutthaufen und verschlammte Straßen, Häuser und Wohnungen sind die Folge. Die Wiesen gleichen teilweise einer Schlammfläche, vom Grün ist nicht mehr viel zu erkennen. Es hängt ein modriger Dunst von tonnenweise Schlamm in der Luft. Fünf Tage ist es nun her, dass sich nach einem heftigen Gewitter und Hagel eine meterhohe Mure durch Virgen wälzte. Sie beschädigte insgesamt 22 Häuser und Wohnungen, füllte sie mit Schlamm und riss acht Brücken und Fußgängerstege (wie berichtet) nieder.
"Die Leute sind um ihr Leben gerannt. Auf das war man nicht gefasst", zeigte sich Andreas Mair bei den Aufräumarbeiten noch immer erschüttert. "Wir hörten ein Grollen und dachten zuerst, es wäre ein Erdbeben und schon sind gewaltige Schlammmassen ins Tal geschossen", erzählt ein Betroffener.
Wiederaufbau nach Mure
Unzählige freiwillige Helfer in schlammverkrusteten Gummistiefeln, Bundesheer und Freiwillige Feuerwehr helfen bei den Aufräumarbeiten, waschen mit Feuerwehrschläuchen Fassaden und räumen zum Teil mit Schubkarren, Schaufeln und Eimern den Schlamm aus den Häusern und Kellern. Mittels Hochdruckreiniger säubern die Betroffenen das, was nach der Mure noch zu verwenden ist. In die Gesichter hat sich die Erschöpfung gegraben und trotzdem wird weiter geschuftet. "Großer Dank gilt den vielen Freiwilligen und Helfern", sagt Damian Frysz, Pfarrer von Virgen und blickt auf das Pfarramt. Hier zeigt die Katastrophe ihr volles Ausmaß. Mehrere Fenster wurden eingeschlagen sowie Balkontüren eingedrückt. Noch öfters fallen lobende Worte. Auch Gottfried Islitzer von der AGEtech in Virgen findet den Einsatz der Freiwilligen "einfach super".
Großer Dank an Helfer
Aber auch in der Schule hat das heftige Unwetter eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Der Medienraum war bis unter die Decke voll mit zähem, dunklem Schlamm.
Nicht lange fragen, sondern zupacken, heißt die Devise der Helfer - und die erschöpften Bewohner von Virgen danken es ihnen. Mit Kaffee, Jause und Blicken, die Bände sprechen. Denn wie die Betroffenen zum Ausdruck bringen, muss man trotz aller Schäden froh sein, dass die Mure kein Menschenleben forderte.










