600 Kinder mussten aus Zeltlager evakuiert werden
Schwere Unwetter gab es am Samstag in Oberösterreich und Tirol. Während in Walding 600 Kinder aus einem Zeltlager evakuiert wurden, regnete es in Tirol golfballgroße Hagelkörner. Auch in Salzburg waren die Helfer im Einsatz.

Foto © FF Seefeld Die Bahnlinie zwischen Scharnitz und Seefeld wurde wegen eines Erdrutsches gesperrt
Eine Gewitterfront mit Starkregen hat in der Nacht auf Sonntag rund 250 Einsätze der Feuerwehr in Oberösterreich nötig gemacht. Besonders stark betroffen war der Zentralraum, wie das Landes-Feuerwehrkommando Oberösterreich in einer Presseaussendung mitteilte.
Zahlreiche Keller in den Gemeinden Ansfelden, Marchtrenk, Leonding, Pucking und Traun mussten ausgepumpt werden, auch umgerissene Bäume mussten von den Straßen entfernt werden. In Schlüßlberg (Bezirk Grieskirchen) schlug ein Blitz in einen Bauernhof ein und beschädigte ein Dach.
Jugendzeltlager evakuiert
Bei einem Feuerwehr-Jugendlager, das derzeit in Walding stattfindet, wurden 600 Kinder während des Unwetters im Feuerwehrhaus in Sicherheit gebracht, einige Zelte des Lagers wurden beschädigt. Bis 22.00 Uhr waren mehr als 100 Feuerwehrtruppen im Einsatz.
Schwere Gewitter mit Hagel und Starkregen sind Samstagnachmittag auch über weite Teile Tirols niedergegangen. Besonders betroffen war das Tiroler Oberland und der Raum Innsbruck, wo zum Teil golfballgroße Hagelschloßen Schäden verursachten. Mehrere Murenabgänge auf Straßen hielten die Einsatzkräfte in Atem.
Unter anderem musste die Seefelder Straße (B177) und die Bahnlinie zwischen Scharnitz und Seefeld wegen eines Erdrutsches gesperrt werden. Auch auf die Namloser Landesstraße (L21) und die Planseestraße (L255) war eine Mure abgegangen. Bei Heiterwang wurde die Umfahrung überflutet und musste kurzzeitig gesperrt werden.
Salzburg
Auch Salzburg ist am Samstag nicht von Unwettern verschont geblieben. In den frühen Abendstunden zog eine Gewitterfront über das Bundesland. Vor allem im Flachgau führten starke Regenfälle zu kleinräumigen Überschwemmungen. Auch mehrere Muren gingen auf Straßen ab. Insgesamt mussten die Freiwilligen Feuerwehren zu 53 Einsätzen ausrücken, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos zur APA.
Am stärksten betroffen war dieses Mal das Gebiet um Hof und Faistenau. Dort kam es im Bereich Tiefbrunnau und Baderluck zu zwei Murenabgängen. Im Bereich des Jagdhofes wurde die Wolfgangsee Bundesstraße von Schlamm und Geröll verlegt. Alle Muren konnten aber rasch beseitigt werden, sodass es zu keinen gröberen Verkehrsbehinderungen kam, so ein Polizeisprecher. Auch auf die Großglockner Hochalpenstraße ist laut Feuerwehr eine Gerölllawine abgegangen.
Der überwiegende Teil der insgesamt 53 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren betraf überschwemmte Keller, Unterführungen und umgestürzte Bäume. In Summe standen 299 Helfer von 18 Feuerwehren im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr in der Landeshauptstadt musste witterungsbedingt lediglich einmal ausrücken, weil in eine Wohnung Wasser eingedrungen war.
Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) verfügt zwar in den am stärksten betroffenen Gebieten über keine eigenen Messstellen, Meteorologin Claudia Riedl schätzt aber aufgrund der Entwicklung der Gewitterzelle, dass dort rund 40 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sein dürften. "Das ist keine besonders große Menge, aber sie fiel in sehr kurzer Zeit, und das war das Problem." Heute, Sonntag, dürfte es ihren Angaben zufolge höchstwahrscheinlich trocken bleiben, am Montag und in der Nacht auf Dienstag sei aber wieder mit Gewittern und Starkregen zu rechnen, der Schwerpunkt werde vermutlich wieder im Norden des Landes liegen.









