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Zuletzt aktualisiert: 30.07.2012 um 15:03 Uhr

Hilfe für Vollwaisen aus Pöchlarn

Das Unwetter vom Samstag beim Mittelalterfest in Pöchlarn hat einen knapp achtjährigen Buben zum Vollwaisen gemacht. Das Kind selbst wurde schwer verletzt. Schnelle finanzielle Hilfe wurde zugesagt.

Das Mittelalterfest endete mit einem Drama

Foto © APADas Mittelalterfest endete mit einem Drama

Am Montag haben Landeshauptmann Erwin Pröll (V), "Hilfe im eigenen Land - Katastrophenhilfe Österreichischer Frauen" und "Pro NÖ" finanzielle Hilfe zugesagt. Der Schlosspark in Pöchlarn bleibt vorerst gesperrt.

Ein Toter, viele Verletzte

Das Unwetter forderte ein Todesopfer und zwölf teils Schwerverletzte. Abgerissene Äste eines mächtigen Baumes - Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner sprach von einer Kastanie - waren auf Zelte gestürzt und hatten Menschen unter sich begraben. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten erwägt, zu den Ermittlungen einen Sachverständigen beizuziehen.

Landeshauptmann Pröll hat Soforthilfe für den Buben in Auftrag gegeben. Aus seinem Büro hieß es am Montag, das Kind werde finanzielle Unterstützung erhalten. Dem knapp Achtjährigen unter die Arme greifen wird auch "Hilfe im eigenen Land - Katastrophenhilfe Österreichischer Frauen". Die Organisation werde eine monatliche Patenschaft für die Dauer von zehn Jahren übernehmen, so Präsidentin Sissi Pröll. Für den Buben, der bereits Anfang 2010 seine Mutter verloren hatte, wurde auch ein Spendenkonto eingerichtet - RZB, Kto.-Nr.: 1-04.101.010, BLZ 31000, Verwendungszweck: Lukas. Der "Löwenherzfonds" des Vereins "Pro NÖ" hilft mit 3.000 Euro, teilte Präsident LHStv. Sepp Leitner (S) mit.

Schüler hat schwere Kopfverletzungen

Der Schüler erlitt bei dem Unglück schwere Kopfverletzungen. Er wird im Landesklinikum St. Pölten behandelt, wo er bereits auf die Kinderstation verlegt wurde. In Amstetten wurde ein lebensgefährlich verletztes Opfer weiterhin intensivmedizinisch betreut, teilte die Landeskliniken-Holding auf Anfrage mit. In das Krankenhaus im Mostviertel waren außerdem zwei weitere Schwerverletzte eingeliefert worden. Ein 51-Jähriger aus Pöchlarn, der Vater des knapp acht Jahre alten Buben, starb in der Nacht auf Sonntag in St. Pölten.

Sie tendiere zur Beiziehung eines Sachverständigen, der Auskünfte über die Beschaffenheit des Baumes geben solle, sagte die Leitende Staatsanwältin Michaela Schnell zur APA. Außerdem seien noch Einvernahmen ausständig. Diesbezüglich gehe es um die Veranstalter des Mittelalterfestes - von denen einer selbst schwer verletzt und nicht vernehmungsfähig sein soll - und der "für den Schlosspark Verantwortlichen".

Orkanartige Böen

Am Samstag gegen 18.00 Uhr waren im Zuge eines aufziehenden Unwetters orkanartige Böen aufgetreten. Das Unwetter sei "sehr schnell hereingebrochen", sagte der Melker Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner. Es habe keine Hinweise gegeben, dass Gefahr von dem Baum ausgehen könnte. Auf dem Pöchlarner Schlosspark liege eine Naturdenkmalerklärung. Das heiße auch, dass die Stadtgemeinde als Grundeigentümer mit der Naturschutzbehörde, der Bezirkshauptmannschaft, zusammenarbeite. Haselsteiner: "Es ist in der Vergangenheit regelmäßig passiert, dass Bäume wegen einer möglichen Gefährdung entfernt wurden."


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