Wald zerstört, Ausflügler saßen fest
Wieder Unwetter in der Steiermark - diesmal im Bezirk Murau: Sturmböen rissen Wald nieder. Urlauberauto von Baum getroffen. 200 Ausflügler saßen am Etrachsee fest.

Foto © LR Hermann Böhm
Zentrum der Unwetter am Samstag im Bezirk Murau waren die Gemeinden Schöder, Krakaudorf, Krakauhintermühlen und St. Peter am Kammersberg. In Schöder wurde ein Wald durch orkanartige Sturmböen zerstört. "Binnen zehn bis 15 Minuten lag der gesamte Wald, es war wie ein Domino-Effekt", schildert eine Kleine Zeitung-Leserin.
Umgestürzte Bäume blockierten zahlreiche Gemeindestraßen, auch die Zufahrt zum Etrachsee. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich rund 200 Ausflügler am See auf. Sie konnten das Ausflugsgebiet erst nach den Aufräumungsarbeiten wieder verlassen. In St. Peter am Kammersberg stürzte ein Baum auf das Auto eines Urlaubers. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand.
Am Abend gingen auch auf der Pack sowie in Graz und Umgebung heftige Gewitter nieder. Auf dem Packabschnitt der Südautobahn hagelte es, die Ampeln in den Tunnels mussten auf Gelb geschaltet werden, um Autofahrer vor möglichen Auffahrunfällen zu warnen. Evakuiert
Kleinere Überschwemmungen gab es im Ennstal und im Raum Liezen. Auch Bäume wurden entwurzelt. Von Schäden verschont geblieben ist aber das Katastrophengebiet im Paltental, wo wieder schwere Gewitter angekündigt waren.
Noch am Vormittag waren in Schwarzenbach mehr als 200 Bewohner vom Roten Kreuz und den Feuerwehren aus Sicherheitsgründen evakuiert worden. In St. Lorenzen wurde die Gefahrenzone ausgeweitet. Das Bundesheer hat vier Sicherungsposten aufgestellt, die direkt mit den Sirenen der Feuerwehren verbunden sind. "Wenn sich die Lage dramatisch verändern sollte, heulen die Sirenen", so ein Bundesheersoldat.
Denn die Gefahr ist noch nicht gebannt. Das Zittern dauert auch in den nächsten Tagen noch an.
Unterdessen hat die Feuerwehr am Samstag die Reinigungsarbeiten abgeschlossen, wie Kommandant Walter Danklmeier bestätigt. "Jetzt heißt es warten und hoffen."
Der Katastrophenschutzbeauftragte der Bezirkshauptmannschaft, Hans-Peter Scheb, ist auch Bergretter. Am Samstag stieg er mit Kollegen zu den Almen auf, wo das Unwetter voriges Wochenende seinen Ausgang genommen hat - "um mir ein Bild zu verschaffen". Stunden später zog er Bilanz: "Ich bin froh, dass ich wieder herunten bin. Es ist gewaltig, wie sich die Natur da oben verändert hat." Die steilen Wiesentrichter hatten sich in kürzester Zeit mit ungeheuren Wassermengen gefüllt. Der kritische Lorenzenbach und andere kleine Gewässer konnten die Massen nicht fassen. Scheb: "Wo ein Bachbett einen Meter breit war, sind es jetzt 20 Meter." Er glaubt aber, dass "gewisse Gefahren" jetzt bereits vorbei sind.
Entwarnung gibt es dort trotzdem noch nicht. Denn auch für die kommenden Tage sind Regenfälle angesagt (siehe rechts). "Das Ärgste dürfte aber überstanden sind", gibt sich Feuerwehrchef Danklmeier vorsichtig optimistisch. "Man hat uns gesagt, die Niederschläge dürften nicht mehr so extrem ausfallen."











