Dieser Juli gibt uns nass und heiß
Der Juli 2012 ist der regenreichste seit Beginn der Messungen. Oft fielen über 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Aber auch die Temperaturen liegen über dem Durchschnitt.

Foto © Peutz (2), MontageBereits jetzt ist dieser Juli in Kärnten der nasseste seit Beginn der Messungen. Am meisten Regen gab es in Preitenegg mit 286 Litern Regen pro Quadratmeter
Eine Woche en suite mit Sonnenschein und Temperaturen jenseits von 30 Grad. Die ersten zehn Tage dieses Monats war Kärnten mit Kaiserwetter gesegnet. Da klingt fast absurd, was Alexander Orlik, Klimatologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg), schon einige Tage bevor der Monat zu Ende geht, festhält: "Der Juli 2012 war in weiten Teilen Kärntens der regenreichste Juli-Monat seit Beginn der meteorologischen Messungen." Fast überall in Kärnten und Osttirol fielen mehr als 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. "Das ist vielfach mehr als zweimal so viel wie im langjährigen Mittel", sagt Orlik. Und das, obwohl der Juli generell schon der niederschlagsreichste Monat in Kärnten ist.
70 Liter Regen an einem Tag
"Zwei Drittel der gesamten Regenmenge fielen an den letzten beiden Wochenenden, in Klagenfurt waren es allein am 21. Juli 70 Liter pro Quadratmeter", erklärt Zamg-Meteorologe Gerhard Hohenwarther. In Klagenfurt waren es bis Freitag zum Beispiel 233 Liter pro Quadratmeter, "das langjährige Monatsmittel liegt bei 118 Litern". Mehr Regen (294 Liter) gab es zuletzt im Jahr 1959.
Für Mallnitz sind seit 1895 Messdaten verfügbar, so viel Regen wie diesmal (254 Liter) wurde noch nie gemessen. "Niederschlagreichster Ort im Juli ist Preitenegg mit bis jetzt schon 286 Liter pro Quadratmeter", sagt Hohenwarther. Weitere Rekordwerte wurden in Lienz (221 Liter), Villach (218), Pörtschach (244 Liter), Kötschach-Mauthen (235) oder Fresach (268) gemessen. Einzig der Südosten des Landes blieb vom Starkregen ein wenig verschont, in Bleiburg fielen bislang "nur" 144 Liter Regen pro Quadratmeter.
Trotz dieser historischen Regenrekorde war und ist der diesjährige Juli auch überdurchschnittlich warm, vor allem wegen der Hitzewelle zu Monatsbeginn. "In Klagenfurt hatten wir insgesamt zehn Tage mit über 30 Grad." Die Durchschnittstemperatur liegt um etwa 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel von 18,8 Grad. Im Westen ist die Differenz nicht so gravierend - die 16,3 Grad am Weißensee bedeuten zum Beispiel ein Grad mehr als der langjährige Durchschnitt.
Zum Abschluss zeigt der Juli noch einmal sein wechselhaftes Gesicht. Am heutigen Samstag wird erneut die 30-Grad-Marke geknackt, am Nachmittag ziehen von Westen her Gewitter auf. "Sonntag und Montag wird es wechselhaft, immer wieder gibt es Regenschauer und Gewitter", sagt Hohenwarther, der aber "keinen intensiven Regen" erwartet. Mitte der nächsten Woche wird es wieder heiß.









