Zu wenig Geld für Hochwasserschutz
Steiermarkweit stehen mehr als 24.000 Gebäude in hochwassergefährdetem Gebiet. Versicherungen und Katastrophenfonds decken nur einen Teil der Schäden. Die Mittel für Maßnahmen sinken.

Foto © APAHochwasser und Überflutungen in weiten Teilen der Steiermark
Hochwasser und Überflutungen in weiten Teilen der Steiermark, Hangrutschungen, in vielen Gemeinden gilt Katastrophenalarm. Das sind die traurigen Meldungen der letzten Wochen und Tage. Die verlorenen Werte und entstandenen Schäden kann noch niemand beziffern. Versicherungen und Zahlungen aus dem Katastrophenfonds decken nach den letzten
Erfahrungen jedoch nur einen geringen Teil der Schadenssumme ab. Auf bis zu drei Viertel des Schadens bleibe der Häuslbauer sitzen, weiß Franz Prettenthaler vom Institut für Technologie und Regionalpolitik am Grazer Joanneum Research.
Er fordert in seinem im August erscheinenden Buch "Hochwasser und dessen Versicherung in Österreich" (Verlag Akademie der Wissenschaften) eine stärkere Einbeziehung der Versicherungswirtschaft, um die Kosten besser "umzuverteilen". "Eine Haushaltsversicherung sollte obligatorisch auch Hochwasser, Vermurung etc. umfassen.", so Prettenthaler. Derzeit sei kaum jemand gegen solche Risiken versichert. Gäbe es eine flächendeckende Versicherung, würde das den Katastrophenfonds österreichweit um 47 Millionen Euro entlasten, die Länder gleich um 78 Millionen Euro.
24.150 Gebäude stehen steiermarkweit in hochwassergefährdeten Zonen, Sachwerte von mehr als 16 Milliarden Euro seien bedroht, hat Prettenthaler errechnet. Allein die mehr als 15.000 Ölheizungen in gefährdetem Gebiet geben zu denken. "Schwimmt ein Öltank auf, saugt das Gebäude das Öl auf. Sanierungskosten von 120.000 Euro entstehen", so Prettenthaler.
Die Mittel von Bund, Land und Gemeinden für den Hochwasserschutz gehen zurück. Der Bund senkte die Ausgaben 2008 um fast 13 Prozent auf 9,5 Millionen. Auch 2009 und 2010 geht das muntere Kürzen weiter.
Dabei hinkt die Steiermark den Zielen der Europäischen Hochwasserrichtlinie weit hinterher. 20 Millionen Euro gibt man, 25 Millionen Euro wären notwendig, meint Rudolf Hornich von der Abteilung für Schutzwasserwirtschaft. Für Schutzmaßnahmen in den nächsten 10 Jahre seien etwa 350 Millionen Euro nötig. Nur 200 Millionen Euro sind budgetiert.
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Grafik vergrößernGefahr durch HochwasserGrafik © Kleine Zeitung
Hochwasserschutz
2008 gab der Bund 9,5 Millionen Euro in der Steiermark für Maßnahmen im Hochwasserschutz aus (minus 12,8 Prozent im Vergleich zu 2007).
Das Land Steiermark investierte 2008 6,3 Millionen Euro (minus drei Prozent).
Die Gemeinden setzten 2008 Hochwasserschutzmaßnahmen um 4,6 Millionen Euro (minus 6,7 Prozent) um.









