Feldbach: Hänge drohen weiter zu rutschen
Der anhaltende Regen weicht die Erde der Südoststeiermark immer gefährlicher auf. 600 Hangrutschungen bedrohen den Bezirk Feldbach. Bundesheer, Feuerwehr und Katastrophenschutz sind im Dauereinsatz.

Foto © LeodolterEntlang der Garage der Familie Platzer in Maxendorf, Gemeinde Zerlach, ist ein 15 Meter breiter Streifen einfach eineinhalb Meter talwärts abgeknickt
Der Regen gönnt den Menschen und den Hügeln der Südoststeiermark weiter keine Ruhe. Zum Haus von Cornelia und Erich Fasching in Altenmarkt bei Riegersburg etwa musste am Freitag sogar eine Einheit der Bundesheer-Pioniere ausrücken. "Das ist eine Katastrophe für uns, es ist zum Verzweifeln. Wo sollen wir hin, wenn es weiter regnet und eine Evakuierung ansteht", sorgt sich Erich Fasching.
Für das in Steillage stehende Haus bestehe Kippgefahr, sagt Landesgeologe Michael Conrad: "Das Haus steht auf Streifenfundamenten. Dass das Haus in der derzeitigen Situation Richtung Tal kippt, ist da schon gegeben. Regnet es weiter, muss evakuiert werden." 30 Quadratmeter des Vorgartens und der Terrasse "lösen sich bereits gefährlich zum Hang ab". Zur raschen Absicherung des Hauses begannen die Pioniere am Freitag noch mit dem Einschlagen von Piloten, die das weitere Rutschen des Hanges verhindern sollen.
63 Stellen bedroht. "Allein am Freitag waren 63 Stellen im Bezirk Feldbach durch Hangrutschungen bedroht", sagt Wilhelm Plauder, Bezirkshauptmann von Feldbach. "Die Erde geht, alles ist in Bewegung", fasste Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutzabteilung die Situation für die gefährdeten Gebiete zusammen. 600 Hänge zählt man derzeit allein in Bezirk Feldbach, die auf Grund des weiter andauernden Regens rutschen. Katastrophenalarm besteht in 70 steirischen Gemeinden. Weiter keine Entspannung also in den vom vielen Regen völlig "angesoffenen" Böden. Alle hoffen dort, dass der Regen endlich aufhört.
Schlimm ist auch die Lage für den 79-jährigen Karl Suppan aus Lichtenegg. Rund 40 Meter des Ackers, der an einem Steilhang über dem kleinen Bauernhaus des rüstigen pensionierten Baupoliers endet, droht auf die Zufahrtststraße zu rutschen. "Es geht mir schlecht. Einen Herzinfarkt habe ich eh schon gehabt, jetzt soll ich mich nicht aufregen. Aber der viele Regen lässt da ja immer alles runter brechen", sagt Suppan. Eine Hangmure könnte angehen, sagt Mark Andre Rapp, neben Conrad und zwei weiteren Geologen des Landes derzeit im Dauereinsatz, um vor Ort die Lage zu sichten. Die Männer der örtlichen Feuerwehr sichern den Berg vor weiterem Abrutschen. "Geht die Mure ab, haben zwei weitere Familien keine Zufahrt mehr zu ihren Häusern", sagt Plauder, der täglich bis zu 15 Einsatzorte besucht.
Der viele Regen der letzten Wochen hat auch den Berg, auf dem Familie Platzer in Maxendorf, Gemeinde Zerlach, Haus und Garage stehen haben, ins Rutschen gebracht. Entlang der Garage ist ein 15 Meter breiter Streifen einfach eineinhalb Meter talwärts abgeknickt. Für die Garage besteht Betretungsverbot. Sie droht weiter abzurutschen, befürchtet Rapp. "Wie wir gesehen haben, dass das jetzt wegrutscht, haben wir schon Angst gekriegt, dass das noch mehr Richtung Haus geht", erzählt Christian Platzer, Sohn des Hauses. Diese Gefahr besteht zum Glück nicht. Platzer: "Wir hoffen nur mehr, dass der Regen endlich aufhört.
Das wünschen sich auch die tausenden Helfer, die pausenlos im Einsatz stehen.
Features
Fotoserie
Fakten
Allein im Bezirk Feldbach sind auf Grund der Unwetter derzeit schon 600 Hänge ins Rutschen gekommen. Für 70 Gemeinden vor allem in der Südoststeiermark gilt noch immer der Katastrophenalarm.
Für 63 Hangstellen allein im Bezirk Feldbach besteht derzeit Gefahr in Verzug. Die Einsatzkräfte müssen absichernde Maßnahmen ergreifen.
Auch in den Bezirken Fürstenfeld, Weiz. Hartberg und Deutschlandsberg rutschen die Hänge.











