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    Zuletzt aktualisiert: 29.06.2009 um 20:40 UhrKommentare

    "Qinton" lässt auch jetzt nicht locker

    Eine stabile Wetterlage beschert uns seit Tagen hartnäckige Regenfälle. Wie sich aus dem harmlosen Tief namens "Qinton" in Frankreich eine Omega-Lage entwickelte, die uns den Sommermonat Juni verhaut.

    Der Dauerregen sei noch kein Beweis für den Klimawandel.

    Foto © APADer Dauerregen sei noch kein Beweis für den Klimawandel.

    Qinton" heißt der Übeltäter: Ein Tiefdruckgebiet, das sich ganz harmlos vor zehn Tagen über Frankreich gebildet hat. Bis heute und auch in den nächsten Tagen hält "Qinton" unser Wetter in Mitteleuropa auf Trab.
    Entladung. Was ist passiert? Befrachtet mit feuchter Luft aus dem Atlantik, wanderte "Qinton" letzte Woche zum Mittelmeer ab - und setzte sich dort fest. "Es ist eine klassische Omega-Wetterlage, die sehr stabil ist", so Meteorologe Hannes Rieder von der Regionalstelle Steiermark der Zentralanstalt. Wäre "Qinton" dort nur gesessen, hätte uns das weiter nicht gestört. Aber die Feuchtigkeit der Luft nahm über dem Mittelmeer noch zu - und diese feuchte Luft entlud sich tagelang südlich und nördlich des Alpenbogens.

    Kein Beispiel für Klimawandel. Nur langsam zieht das Tief ab - und an seinem Rücken ist jetzt die Wetterlage labil. Will heißen: Jetzt regieren Gewitter, Schauer, Niederschläge. "Da ist es schwierig vorherzusagen, wo die einzelnen Schauerstraßen genau verlaufen", sagt Rieder. Ist das Wetter ein Beweis für den Klimawandel? Reinhard Böhm, Klimatologe der Zentralanstalt in Wien, winkt ab: "Das war ganz sicher kein Beispiel für den Klimawandel. Derartige Dauerregen gab und gibt es immer wieder, sie finden nur an unterschiedlichen Orten statt. Einmal in Vorarlberg, dann in den Voralpen, dann im Süden."

    Fehlende Klimaforschung. Sind nicht Unwetter dieser Art Vorboten des drohenden Klimawandels? Böhm ist sehr skeptisch: "Ein Einzelereignis ist kein Beweis für den Klimawandel. Was wir haben, sind langfristige Trends bei der Temperatur. Aber kleinräumige Ereignisse und Niederschläge können wir mit den besten Computern noch nicht langfristig vorhersagen. Extremwerte sind eben sehr selten, und gerade im Alpenraum gibt es enorme regionale Unterschiede. Man muss klar sagen: Alles ist schon einmal dagewesen."

    Nachholbedarf. Böhm bezweifelt nicht die Klimaänderungen, aber er ist erstaunt, dass sich "Österreich noch immer nicht zu einem österreichischen Klimaforschungsprogramm entschlossen hat, wie es etwa die Schweizer haben." Da gäbe es viel Nachholbedarf: "Es sind nur ganz wenige Leute, die sich damit beschäftigen. Wenn man Aussagen über das Alpenklima hört, dann kommen sie meist aus der Schweiz."

    Keine definitiven Aussagen. Nach wie vor fehlen definitive Aussagen, wohin der Trend geht, was Hochwasser betrifft. Im Sommer könnte die Gefahr eher geringer werden. "In Bayern hat man die Grenzwerte für Hochwasser verändert, aber in Österreich ist die Wasserwirtschaft eher skeptisch", sagt Böhm.

    NORBERT SWOBODA

    100 Millionen Euro

    Die versicherten Schäden des Hochwassers könnten nach Schätzungen von Branchenexperten insgesamt bis zu 100 Millionen Euro erreichen.
    Die Dimensionen des Jahres 2002 mit 420 Millionen werde man aber nicht erreichen. Die Versicherungswirtschaft drängt nun neuerlich auf eine umfassende Versicherungslösung bei Naturkatastrophen. Für die Beseitigung der Schäden standen in der vergangenen Woche in Österreich pro Tag etwa 700 Soldaten im Assistenzeinsatz - sie leisteten bisher insgesamt 8400 Arbeitsstunden.

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