Die Experten geben noch keine Entwarnung
So viel Regen wie derzeit gibt es nur alle 50 Jahre. Es bleibt weiter nass, doch der Höhepunkt der Niederschläge ist vorbei. Versicherungen bedecken Schäden oft nur zum Teil.

Foto © APDie Lage in Steyr dürfte sich leicht verbessern
Zuerst die gute Nachricht: Am Mittwoch erreichten die Regenfälle über Österreich ihren Höhepunkt, ab Donnerstag dürfte sich die Lage leicht entschärfen. "Großflächigen Niederschlag gibt es bis zum Wochenende keinen mehr", sagt Meteorologe Christian Ortner von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg).
Die weniger gute Botschaft: Das Wetter bleibt weiterhin feucht, wolkenreich und verregnet, die Sonne lässt sich nicht blicken. "Ab jetzt regnet es aber eher punktuell mit Gewittern. Für die Hochwasserlage ist das nicht mehr so schlimm, lokal kann es aber trotzdem ordentlich gießen", sagt Ortner. Das Tief, das so beharrlich am Alpenhauptkamm festhängt, will einfach nicht abziehen.
Am Abend kletterten die Pegelstände von Donau und Enns nach wie vor in die Höhe. Zum Teil wurde die Zehnjahres-Marke überschritten, die Kleine Erlauf erreichte das dreißigjährliche Hochwasser, andere Flüsse noch mehr. Experten der Zamg sprechen von einem Regenereignis, wie es alle 50 Jahre vorkommt.
Nicht so schlimm wie 2002.
Hydrologen der Technischen Universität Wien haben inzwischen allerdings errechnet, dass die Hochwasserlage am Ende nicht so schlimm ausfallen wird wie beim Jahrhundert-Hochwasser im Jahr 2002. Damals zog ein so genanntes 5B-Tief von Genua kommend über Österreich und in weiterer Folge nach Polen. Die Schäden erreichten drei Milliarden Euro. "Das jetzige Tief hängt eher stationär über Österreich und verhält sich anders", erläutert Ortner.
Wer zahlt die Schäden?
Wie hoch die Schäden an den überfluteten Häusern sind, lässt sich noch nicht abschätzen. Den größten Teil sollten die herkömmlichen Haushalts- und Gebäudeversicherungen abdecken. "Die meisten sind aber bei 7500 Euro gedeckelt", sagt Erik Eybl von der Generali Versicherung. Ist der Schaden höher, springt der Katastrophenfonds des Bundes ein. Allerdings kommt dieser in der Regel nur für 20 bis 30 Prozent der Schadenssumme auf. "Auf jeden Fall sollte man alles genau dokumentieren", rät Eybl.









