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Zuletzt aktualisiert: 02.08.2011 um 20:30 UhrKommentare

Auf die Beine helfen

Orthopädin Tanja Kraus (38) bekämpft Klumpfüße bei Malis Kindern.

Das Verhältnis: 14 Millionen zu fünf. 14 Millionen Einwohner, aber nur fünf Orthopäden. So dringend notwendig ist ärztliche Hilfe im westafrikanischen Mali. Etwa von Tanja Kraus: Die 38-Jährige von der Kinderorthopädie der LKH-Uniklinik Graz hilft seit 2006, Klumpfüße bei Afrikas Kindern zu korrigieren. Wegen der hohen Geburtenrate in Mali gibt es jährlich etwa 800 neue Fälle. Unbehandelt bleiben die Betroffenen oft ein Leben lang beeinträchtigt - und nicht selten ohne Chance auf Arbeit. Diesen Teufelskreis aus Behinderung und Armut versucht die Initiative "Doctors für Disabled" (Österreichische Gesellschaft für medizinische Entwicklungszusammenarbeit) zu unterbrechen. Man hilft mit Material, Ausbildung und Ärzten.

Auch Kinderorthopädin Kraus wurde gefragt, zu helfen. Die gebürtige Deutsche ist mit der modernen Therapiemethode vertraut. Sie ist "vorbelastet", hat schon in Bolivien (Südamerika) in einem Spital gearbeitet. Und sie "lebt in einem privilegierten Land. Da helfe ich gerne."

Betroffenheit

Seit fünf Jahren ist die Ärztin aus der Abteilung von Wolfgang Linhart immer wieder in Afrika. "Es macht mich jedes Mal betroffen, wie niedrig der Lebensstandard ist", schildert sie. Nach der Ponseti-Methode werden ihre kleinen Patienten mit Oberschenkelgipsen und einer Operation an der Achillessehne behandelt. Je jünger der Patient, desto größer die Chancen. Die Methode ist kein Vergleich zu früheren. Vorteil: Die bei der Therapie notwendigen Schienen sind günstig und in Mali zu produzieren. Das Beste: Auch (geschulte) Nicht-Mediziner können helfen. Ergo bestand der Ärztin Hauptaufgabe bei ihrem letzten Mali-Besuch darin, "die Leute auszubilden".

Der Anfang? Kontakte mussten geknüpft, Bewusstseinsbildung betrieben werden. Man druckte T-Shirts, nutzte das Radio, um das Projekt bekannt zu machen. Hitze, Materialengpässe, Verständigungs- und Hygieneprobleme standen den Helfern im Weg. Kraus und Mitstreiter gaben nicht auf. Zum Glück, mittlerweile sind zwölf Personen ausgebildet, ein malischer Arzt kann die Eingriffe durchführen - in einem Gesundheitszentrum in Malis Hauptstadt Bamako.

THOMAS ROSSACHER

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