"Einfach wieder selber atmen können"
Mopedunfall mit 17: Jürgen kann sich nicht bewegen, muss künstlich beatmet werden, kann aber mit dem Mund mittels Blasbalg am PC arbeiten.

Foto © PrivatNach dem Unfall kann Jürgen nur noch seine Gesichtsmuskeln bewegen
Einen besonders tragischen Fall hat uns die Katastrophenhilfe Österreichischer Frauen (KÖF) zur Veröffentlichung geschickt: Jürgen aus der Obersteiermark stürzte mit 17 Jahren bei der abendlichen Heimfahrt mit seinem Moped und schlug mit dem Hals auf die Gehsteigkante auf. Der erste und zweite Halswirbel sind gebrochen, seit acht Jahren kann er bis auf die Gesichtsmuskeln nichts bewegen. Nach Monaten auf der Intensivstation hieß es: Tetraplegie bei hoher Querschnittläsion. Er kann sich nicht rühren, den Kopf nicht halten. "Jetzt trainiert Jürgen seine Halsmuskeln, kurz kann er den Kopf schon heben", freut sich die Mutter. "Aber die Atmung ist das größte Problem."
Zwerchfellschrittmacher
"Jürgen muss täglich 24 Stunden am Beatmungsgerät hängen." Er kann reden, auch essen, wenn er gefüttert wird. Geistig ist Jürgen ganz normal - bloß bewegen kann er sich nicht. Mittels Blasbalg, den er mit dem Mund steuert, bewegt er den elektrischen Rollstuhl und arbeitet am Computer. "Das ist mein Fenster zur Welt", meint er traurig, denn abfinden mit seinem Schicksal kann sich der junge Mann auch nach all den Jahren noch nicht. "Schlimm ist es, wenn er hört, was seine Freunde alles machen", berichtet seine Mutter. Doch über Facebook findet Jürgen jetzt wieder mehr Kontakt zu ihnen.
Sein großer Wunsch ist ein teurer Zwerchfellschrittmacher, durch den er selbst atmen könnte. "Und er wünscht sich so sehr einen Wintergarten auf unserer Terrasse, dass er sich auch im Winter an der Sonne erwärmen kann."
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