Wachkoma-Patientin braucht Unterstützung
Über den Alltag einer Wachkoma-Patientin, die zu Hause liebevoll von der Familie gepflegt wird - doch jetzt ist die Mutter schwer erkrankt.
Judith ist eine junge Frau von 30 Jahren aus der Weststeiermark, hat Sprachen studiert und war bei einer internationalen Firma im Auslandsgeschäft tätig. Doch von einem Tag auf den anderen war alles anders für sie. 2001 erlitt sie eine Gehirnblutung und in der Folge ein apallisches Syndrom, auch Wachkoma genannt. Jahrelang lag Judith in der Sigmund-Freud-Klinik und im LKH, heute wird sie zu Hause von ihrer Mutter und Schwester gepflegt - denn Judith ist spastisch gelähmt, kann sich kaum rühren, hört und versteht aber alles.
Fortschritte. Durch intensive und aufopfernde Pflege hat Judith unglaubliche Fortschritte gemacht und kann heute über Augenkontakt kommunizieren: Zweimal das Lid schließen heißt Ja, sie kann fernsehen ("Herr der Ringe" ist ihr Lieblingsfilm) und sogar mit dem linken Fuß mühsam Buchstaben in die Luft schreiben.
Mühselige Prozedur. Aber die Pflege zu Hause in der Einschicht der weststeirischen Hügellandschaft ist mühsam, das Einkaufen ein beständiges Problem, da ja immer jemand bei Judith sein muss. Seit kurzem ist auch die Mutter schwer erkrankt und nur noch teilweise fähig, ihre Tochter zu pflegen. Jetzt hilft die zweite Tochter aus. Aber jede Fahrt zur Therapie oder zum Arzt ist eine stundenlange, mühselige Prozedur, die alle Kräfte raubt. Dazu der Kampf mit der Bürokratie, alles ist so mühsam, klagt die Mutter. "In dem Moment, wo du nicht reden kannst, wirst du oft nicht ernst genommen", weiß sie aus leidvoller Erfahrung. Der Lichtblick der verzweifelten Familie ist ein Diplompfleger aus der Sigmund-Freud-Klinik, der privat immer wieder vorbeischaut und mit Rat und Tat zur Seite steht. Er nimmt ihr die Angst und gibt ihr Mut zu diesem Leben, das so anders ist. Judith wartet immer schon mit Freude auf seinen Besuch.
Autokauf. Sehnlichster Wunsch der Familie ist, ein Auto zu kaufen, in das man mit Schienen einen Rollstuhl schieben kann, um auch ohne fremde Hilfe beweglich zu sein. Dafür fehlt aber das Geld.
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