Kinderdorf warnt vor weiteren Kindesentführungen
SOS-Kinderdorf ist ganz klar gegen die "schnellen internationalen Adoptionen", da die familiäre Situation der Kinder derzeit "nicht zu klären" sei. US-Evakuierungsflüge gehen unterdessen weiter.

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SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter Georg Willeit warnte vor weiteren Kindesentführungen von angeblichen Waisen, die tatsächlich noch Familie hätten: "Es wird auf jeden Fall weiter probiert werden", erklärte er am Sonntag telefonisch. Ob besondere Vorkehrungen getroffen würden, um weitere Entführungen zu verhindern, konnte Willeit, der sich derzeit in Haiti befindet, nicht beurteilen. Es sei aber von weiteren Versuchen auszugehen.
Das SOS-Kinderdorf sei ganz klar gegen die "schnellen internationalen Adoptionen", da die familiäre Situation der Kinder derzeit "nicht zu klären" sei, viele von ihnen hätten noch Eltern oder Verwandte. Am Samstag wurden im Grenzgebiet zur Dominikanischen Republik zehn US-Bürger festgenommen, die das Land ohne Genehmigung mit 33 haitianischen Kindern verlassen wollten. Die Amerikaner gaben an, dass es sich um Waisenkinder handle, die im Nachbarland in einem Heim untergebracht werden sollten. Unabhängig von ihrer Motivation hätten die Amerikaner gegen haitianisches Recht verstoßen, teilten die Behörden mit.
Schon zahlreiche Kinder hätten Medienberichten zufolge das Land verlassen, ohne dass das Institut für Wohlfahrt eine Genehmigung erteilt habe, sagte Institutsdirektorin Jeanne-Bernard Pierre am Sonntag (Ortszeit) in Port-au-Prince. Seit dem Beben am 12. Jänner sei "alles chaotisch und einige Leute nutzen das aus, indem sie einen regelrechten Kinderhandel betreiben", fügte Pierre hinzu.
Ihm zufolge sind derzeit aber auch die Adoptionspapiere für Hunderte Kinder in Bearbeitung und dürften bald ausgestellt werden. Sie würden gemäß den Adoptionsgesetzen Visa erhalten, um ins Ausland reisen zu dürfen.










