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  • 16. April 2014 18:25 Uhr | Als Startseite
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    Versprochene Spenden versanden Cholera in Haiti: Bereits 284 Todesopfer Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Haiti Nächster Artikel Versprochene Spenden versanden Cholera in Haiti: Bereits 284 Todesopfer
    Zuletzt aktualisiert: 24.01.2010 um 16:30 UhrKommentare

    Schon 150.000 Tote auf Haiti

    Ein Tisch, Vorräte eines Lebensmittelgeschäftes und eine gehörige Portion Gottvertrauen haben elf Tage nach dem Erdbeben in Haiti eine wundersame Rettung ermöglicht. Andere hatten dieses Glück nicht.

    Foto © APA

    Die Zahl der nach dem Erdbeben in Haiti offiziell bestätigten Todesopfer hat mehr als 150.000 erreicht. Das teilte die haitianische Kommunikationsministerin Marie-Laurence Jocelyn Lassegue am Sonntag mit. Die Zahl stamme von dem staatlichen Unternehmen CNE, das für die Bestattung der Leichen aus dem Großraum Port-au-Prince in einem Massengrab nördlich der Hauptstadt zuständig sei, erklärte Lassegue. Nicht mitgezählt seien die Opfer in anderen Städten sowie Tote, die von ihren Familienangehörigen verbrannt wurden.

    Gerettet am elften Tag

    Trotz der offiziellen Einstellung der Suche nach Verschütteten ist in Haiti am Wochenende noch ein Überlebender aus den Trümmern geborgen worden. Der 23-Jährige wurde am Samstag, elf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in dem Karibikstaat, in einem eingestürzten Lebensmittelgeschäft gefunden. Im Krankenhaus berichtete Wismond Exantus, er habe sich bei dem Beben unter einen Tisch geflüchtet. In diesem engen Raum habe er auf dem Rücken liegend ausgeharrt und mit Hilfe von Cola, Bier und Keksen überlebt.

    "Gott hat mich in seinen Armen geborgen", sagte Exantus. "Er hat mir Kraft gegeben". Rettungskräfte werteten seine Geschichte als Ermutigung, die Suche nach Verschütteten fortzusetzen: "Das Leben hört nicht auf, wenn eine Regierung sagt: 'Hört auf'", sagte ein Mitarbeiter eines französischen Rettungsteams. Die haitianische Regierung hatte zuvor erklärt, angesichts schwindender Hoffnung für die Verschütteten solle ab sofort die Versorgung der Überlebenden im Focus der internationalen Hilfe stehen.

    Eine neue österreichische Hilfslieferung für die Erdbebenopfer in Haiti wurde unterdessen Sonntagabend vom Wiener Flughafen Schwechat ins Katastrophengebiet geschickt: Das Innenministerium stellte 400 Familienzelte zur Verfügung, sagte Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia. Die 30 Tonnen schwere Ladung wird gemeinsam mit Lieferungen aus Ungarn und Slowenien transportiert. Österreich hat mit den beiden Staaten ein Flugzeug gechartert. An Bord befinden sich auch Hilfsgüter des Roten Kreuzes.

    Für zahlreiche Menschen geht es unterdessen immer noch ums blanke Überleben - auch für diejenigen, die keine äußeren Verletzungen davongetragen haben. Weil das Warenangebot knapp ist, schießen die Preise in die Höhe. Für einige Grundnahrungsmittel wie Reis oder Brot haben sie sich bereits verdoppelt oder gar verdreifacht. Seit dem Erdbeben am 12. Jänner wurden nach Angaben der Vereinten Nationen rund 130 Verschüttete gerettet.

    Erzbischof beerdigt

    Während die meisten Opfer in Massengräbern bestattet werden, kamen am Samstag rund 2.000 Menschen zur Beerdigung des Erzbischofs von Port-au-Prince zusammen. Das Begräbnis von Monsignor Joseph Serge Miot war eine von wenigen Trauerfeiern seit der Katastrophe, viele Teilnehmer beweinten bei dieser Gelegenheit auch ihre getöteten Verwandten. "Wir haben das Gefühl, alles verloren zu haben", sagte ein junger Haitianer, dessen dreijährige Tochter bei dem Beben umgekommen war.

    Die haitianische Handelskammer schätzt, dass sich der wirtschaftliche Schaden infolge des Bebens auf bis zu eine Milliarde Dollar belaufen könnte. Nur rund 30 Prozent der Unternehmen hätten eine Versicherung, die ihnen die Schäden ersetzen könnte, sagte der Präsident der Handelskammer, Reginal Boulos. "Viele dieser Leute haben Kredite. Einige werden sie nicht zurückzahlen können. Es könnte zu einem wirtschaftlichen Kollaps kommen". Alleine die Wiederherstellung der Stromversorgung dürfte noch drei bis vier Monate dauern, sagte Boulos.

    Jessica Desvarieux/apn

    Benefizgala

    Eine internationale Benefizgala für Haiti mit zahlreichen Topstars brachte am Wochenende mehr als 57 Millionen Dollar (40,3 Millionen Euro) an Spenden ein, wie die Organisatoren mitteilten. Das Benefizkonzert wurde in der Nacht auf Samstag aus New York, London, Los Angeles und Haiti per Fernsehen und Internet in alle Welt übertragen.

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      Fakten

      Das Beben im Karibik-Staat Haiti hatte eine Stärke von 7,0 nach Richter und war das schwerste Beben seit 200 Jahren. Das Epizentrum lag rund 22 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Nun ist die Insel, die nach dem Beben von Seuchengefahr bedroht war, vom Ausbruch der Cholera gebeutelt.

       

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      Haiti

      Haiti ist ein den "Großen Antillen" zugehöriger Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibik-insel Hispaniola, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt. Der Landesname kommt aus der Sprache der Ureinwohner Hispaniolas, und bedeutet "bergiges Land". Die heutigen etwa 8,5 Millionen Einwohner Haitis sind größtenteils afrikanischer Abstammung. Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince (1,3 Millionen Einwohner).

       

      Hilfe für die Opfer

      Foto:AP


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