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Zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 um 07:05 UhrKommentare

Haiti benötigt zehn Milliarden Dollar

Das ist die Einschätzung des Nachbarstaates Dominikanische Republik. Eine zentrale Koordination sei nötig, um die Hilfe sicherzustellen.

Der Wiederaufbau von Haiti wird langwierig - und teuer

Foto © APDer Wiederaufbau von Haiti wird langwierig - und teuer

Der schwer zerstörte Karibikstaat Haiti benötigt nach Ansicht der Dominikanischen Republik rund zehn Milliarden Dollar (6,96 Mrd. Euro) für den Wiederaufbau. Nötig sei ein fünfjähriges Hilfsprogramm, sagte Präsident Leonel Fernandez am Montag bei einem Treffen mit seinem haitianischen Amtskollegen René Préval in Santo Domingo. In der zerstörten Hauptstadt Haitis trafen 2200 US-Marinesoldaten ein, um der erschütternden Lage Herr zu werden.

Um die für Haiti benötige Hilfe sicherzustellen und zu kontrollieren seien eine "zentrale Behörde" in Haiti sowie eine Koordinierung auf internationaler Ebene nötig, sagte Fernandez, der mit Préval und Vertretern weiterer Länder der Region ein internationales Treffen für Haiti vorbereitete. US-Präsident Barack Obama schlug seinem brasilianischen Kollegen Luiz Inacio Lula da Silva vor, gemeinsam mit den USA und Kanada die Führung beim Krisenmanagement der humanitären Hilfe für Haiti zu übernehmen.

2200 US-Marinesoldaten eingetroffen

In der schwer von dem Erdbeben gezeichneten haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince traf ein US-Amphibienschiff mit 2200 Marinesoldaten an Bord ein. Nach US-Angaben haben die Soldaten Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente an Bord, die Verteilung der Güter solle umgehend beginnen. Nach Angaben der US-Behörde für Internationale Hilfe vom Montag gelang es US-Rettungsteams am Sonntag, zehn Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Ein US-Bürger kam nach Angaben des US-Generalstabs bei Rettungsarbeiten ums Leben.

Das Rote Kreuz warnte vor einem Ansteigen der Gewalt in dem Katastrophengebiet, unter den Überlebenden nahmen aus Verzweiflung über die vielerorts noch ausbleibende Hilfe Plünderungen zu. "Die Nerven liegen blank, während den hungrigen und durstigen Überlebenden langsam bewusst wird, was sie verloren haben", erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).

Haitianische Waisen dürfen in USA einreisen

Das Welternährungsprogramm (WFP) verteilte mehr als 100.000 Essensrationen und etwa 20.000 Zelte an die zahlreichen Obdachlosen nach der Katastrophe. Das Erdbeben der Stärke 7.0 hatte den bitterarmen Inselstaat am vergangenen Dienstag erschüttert. Mindestens 70.000 Menschen starben, Experten rechnen inzwischen mit bis zu 200.000 Todesopfern.

Die USA lockerten unterdessen die Einreisebestimmungen für haitianische Waisenkinder, die in den USA bereits für eine Adoption zugelassen wurden. Nach Angaben der US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano dürfen die Kinder auch ohne ausreichende Papiere in die USA einreisen, um dort "die benötigte Hilfe" zu erhalten. Frankreich erwog am Montag eine ähnliche Ausnahmeregelung.

Der UN-Sondergesandte für Haiti, Bill Clinton, wies Vorwürfe, die Hilfe erreiche die Opfer zu langsam, zurück. Bei dem Erdbeben sei die "gesamte Infrastruktur zusammengebrochen, und die bauen wir jetzt wieder auf", sagte Clinton am Montag nach einer ersten Tour durch die zerstörte haitianische Hauptstadt. Anschließend besuchte er das Krankenhaus von Port-au-Prince.

Demgegenüber mahnte der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) eine zügigere Versorgung der Erdbebenopfer in Haiti an. Bisher habe die internationale Hilfe erst einen Bruchteil der betroffenen Haitianer erreicht, sagte Niebel der "Saarbrücker Zeitung" vom Dienstag. Dies müsse in den nächsten Tagen "dringend ausgeweitet werden".


Fakten

Das Beben im Karibik-Staat Haiti hatte eine Stärke von 7,0 nach Richter und war das schwerste Beben seit 200 Jahren. Das Epizentrum lag rund 22 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Nun ist die Insel, die nach dem Beben von Seuchengefahr bedroht war, vom Ausbruch der Cholera gebeutelt.

 

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Haiti

Haiti ist ein den "Großen Antillen" zugehöriger Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibik-insel Hispaniola, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt. Der Landesname kommt aus der Sprache der Ureinwohner Hispaniolas, und bedeutet "bergiges Land". Die heutigen etwa 8,5 Millionen Einwohner Haitis sind größtenteils afrikanischer Abstammung. Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince (1,3 Millionen Einwohner).

 

Hilfe für die Opfer

Foto:AP


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