Erste Lynchmorde auf Haiti
Angesichts der chaotischen Zustände in den Erdbebengebieten nehmen die Überlebenden das Gesetz vielerorts selbst in die Hand. Korrespondenten berichten von mehreren Lynchmorden in der Hauptstadt Port-au-Prince.

Foto © AP3500 US-Soldaten sollen nun die haitianische Polizei verstärken
In einem Fall setzten wütende Anwohner einen Mann in Brand, der nach ihrer Schilderung beim Stehlen erwischt worden war. In einer anderen Straße lagen die Leichen zweier junger Haitianer, deren Arme auf den Rücken gefesselt waren. Ihre Körper wiesen mehrere Schusswunden auf. Auch hier soll es sich um Selbstjustiz gehandelt haben. "Die Haitianer nehmen die Dinge nun teilweise selbst in die Hand", sagte der Anwohner Eddy Toussaint. "Es gibt keine Gefängnisse, die Kriminellen laufen frei herum. Und von der Polizei fehlt jede Spur."
3500 US-Soldaten verstärken Polizei
Um die schlechte Sicherheitslage in den Straßen der Hauptstadt zu verbessern, würden nun 3500 US-Soldaten die UN-Friedenstruppe sowie die örtliche Polizei verstärken, erklärte Haitis Präsident Rene Preval. "Wir haben 2000 Polizisten in Port-au-Prince, die nur begrenzt einsatzbereit sind. Und aus dem Gefängnis sind während des Erdbebens 3000 Verbrecher geflohen", erklärte Preval vor Journalisten. "Das gibt Ihnen eine Vorstellung, wie ernst die Lage ist."










