Situation auf Haiti "unhaltbar"
Hunderttausende Menschen haben am Wochenende zunehmend verzweifelt auf die nur langsam anlaufende Hilfe gewartet. Die Toten liegen nach wie vor auf der Straße.

Foto © APAHaiti im Ausnahmezustand
Die Hilfskräfte im Erdbebengebiet in Haiti kämpfen weiterhin mit schwierigsten Bedingungen: "Die Situation ist unhaltbar. Die Toten liegen auf der Straße und ein Verwesungsgeruch hängt über der Stadt", erklärte Christoph Petrik-Schweifer, Caritas-Auslandshilfechef und Vorstandsvorsitzender von Nachbar in Not, am Sonntag.
"Es gibt kein Trinkwasser und keine Lebensmittel in Port-au-Prince, die Menschen müssen auf der Straße schlafen und stehen unter Schock", so Petrik-Schweifer. Die Hilfsmaßnahmen funktionieren dennoch: "Trotz extremer logistischer Probleme und chaotischer Zustände kommt die Hilfe an." Auch die Hoffnung auf Überlebenden besteht weiter: Am Tag vier der Katastrophe habe man in Port-au-Prince 50 Verschüttete geborgen.
Hunderttausende Menschen haben am Wochenende zunehmend verzweifelt auf die nur langsam anlaufende Hilfe gewartet. Unter chaotischen Umständen verteilten die UNO und internationale Hilfsorganisationen Lebensmittel, Trinkwasser und andere Hilfsgüter. Nach wie vor gab es erhebliche logistische Engpässe am Flughafen von Port-au-Prince, wo die USA inzwischen die Kontrolle übernommen haben.
Hilfsgüter werden abgeworfen
Viele hungernde Menschen plünderten erneut Geschäfte in der Hauptstadt Port-au-Prince. Das Welternährungsprogramm (WFP) richtete Ausgabestellen für Lebensmittel ein, an denen sich lange Schlangen bildeten. Die Organisationen des Internationalen Roten Kreuzes flogen nach Angaben eines Sprechers 15 Flugzeugladungen Hilfsgüter ein, die von 19 Hubschraubern stetig abgeworfen werden.
Nach Schätzungen der haitianischen Behörden wie auch der Weltgesundheitsorganisation WHO kamen bei dem Erdbeben am Dienstag bis zu 50.000 Menschen ums Leben, 250.000 weitere wurden verletzt. Etwa 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Haitis Ministerpräsident Bellerive sagte, bisher seien 25.000 Todesopfer geborgen und beerdigt worden. Temperaturen um die 30 Grad beschleunigten die Verwesung der in den Straßen liegenden Leichen und erhöhten die Seuchengefahr.
Bisher eine Österreicherin unter den Toten
Unter den Toten ist auch eine Österreicherin. Acht Österreicher werden in dem von einem schweren Erdbeben erschütterten Haiti noch vermisst. Laut Außenminister Spindelegger waren zum Zeitpunkt der Katastrophe 38 Österreicher im Land. Diese Zahl steige allerdings, denn es melden sich immer wieder Verwandte.










