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Zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 um 11:57 UhrKommentare

Überleben unter Trümmern nur wenige Tage möglich

Chaos und Verzweiflung herrschen auf Haiti nach dem verheerenden Erdbeben. Denn neben den vielen Verletzten, die meist auf offener Straße auf Hilfe warten, ist weiterhin völlig unklar, wie viele Opfer noch unter den Trümmern begraben sind.

Niemand weiß, wieviele Menschen unter den Trümmern begraben liegen

Foto © APNiemand weiß, wieviele Menschen unter den Trümmern begraben liegen

Nach einer medizinischen Faustregel kann der Mensch drei Tage ohne Wasser und drei Wochen ohne Essen auskommen. Angst und Panik bei einem verschütteten Bebenopfer können jedoch den Stoffwechsel ankurbeln - die körpereigenen Reserven werden dann noch schneller aufgebraucht.

In gemäßigten Breiten nimmt ein Erwachsener pro Tag etwa 1,8 Liter Flüssigkeit durch Getränke und Nahrung zu sich. Bei großer Hitze schwitzt ein Mensch täglich mehrere Liter aus. Sinkt der Wassergehalt des Organismus um fünf bis zwölf Prozent des Körpergewichts, leidet der Betroffene unter quälendem Durst, die Schleimhäute trocknen aus und schließlich versiegen Schweißfluss und Harnproduktion. Bei einem Wasserverlust von 15 bis 20 Prozent des Körpergewichts stirbt er durch Verdursten.

Noch gefährlicher ist die Situation für Kinder. Ohne Flüssigkeitszufuhr und bei Hitze tritt der Tod nach wenigen Tagen ein. Gerät ein Kind zusätzlich in Panik, beschleunigt sich der Flüssigkeitsverlust so stark, dass es schon nach 36 Stunden sterben kann.

Ausnahmen gibt es aber immer: Ein 56-Jähriger wurde 2003 in der vom Erdbeben zerstörten südiranischen Stadt Bam nach 13 Tagen lebend aus den Trümmern geborgen. Medizinisch ist das nicht zu erklären und gehört für Experten in die Kategorie "medizinische Wunder". Als Rekord galt bis dahin jener 19-Jährige, der 1977 nach einem Beben in Bukarest elf Tage unter den Trümmern eines Hochhauses durchhielt und lebend geborgen wurde.


Fakten

Das Beben im Karibik-Staat Haiti hatte eine Stärke von 7,0 nach Richter und war das schwerste Beben seit 200 Jahren. Das Epizentrum lag rund 22 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Nun ist die Insel, die nach dem Beben von Seuchengefahr bedroht war, vom Ausbruch der Cholera gebeutelt.

 

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Haiti

Haiti ist ein den "Großen Antillen" zugehöriger Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibik-insel Hispaniola, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt. Der Landesname kommt aus der Sprache der Ureinwohner Hispaniolas, und bedeutet "bergiges Land". Die heutigen etwa 8,5 Millionen Einwohner Haitis sind größtenteils afrikanischer Abstammung. Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince (1,3 Millionen Einwohner).

 

Hilfe für die Opfer

Foto:AP


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