Feinstaub: Nun sind gute Ideen gefragt
Nach dem Nein der Grazer zur Umweltzone ist guter Rat teuer. Joanneum Research und Land starteten nun einen Ideenwettbewerb, wie man das Feinstaubproblem lösen könnte.

Foto © Fotolia / Jackal
Was nun? Einen Monat ist es her, da erteilten die Grazer der geplanten Umweltzone in einer Bürgerbefragung eine fulminante Absage. Seither herrscht Funkstille - und der nächste Winter mit den zu erwartenden Feinstaubextremwerten rückt unaufhaltsam näher. Ist die Steiermark in Wahrheit machtlos gegen die gesundheitsschädlichen Partikel in der Atemluft?
Beim Joanneum Research will man das nicht wahrhaben und startete in Kooperation mit dem Land einen Ideenwettbewerb. Die Ausschreibung richtet sich "an alle kreativen Forscherköpfe des Landes, die etwas bewirken und sich nicht aus dem Staub machen wollen". Gesucht werden neue Konzepte, wie man dem Feinstaubproblem im Land Herr werden könnte. "Graz beherbergt weltmarktführende Unternehmen im Bereich der Partikelmessungen. Ich bin zuversichtlich, dass wir viele inspirierende Ideen generieren", sagt Projektleiter Franz Prettenthaler vom Joanneum Research.
Ein Fokus soll dabei auf technologischen Lösungen liegen. Soll heißen: Es gilt, Möglichkeiten zu finden, den bereits ausgestoßenen Feinstaub wieder aus der Luft und von den Straßen zu bekommen. "Das kann von Filtern bis hin zu Auswaschungssystemen oder Absaugungen gehen", sagt Prettenthaler. Eine zweite Schiene beschäftigt sich mit systemischen Ansätzen zur Feinstaubvermeidung.
Zentrale Bedingung für alle Einreichungen: Die volkswirtschaftlichen Kosten der Maßnahmen müssen ehrlich durchgerechnet sein. "Es gilt nicht, einfach zu sagen: Wir machen ein Verbot, denn das kostet gar nichts", sagt Prettenthaler.
Aus allen Einsendungen wählt eine Fachjury die vielversprechendsten aus. Diesen winken Preisgelder von bis zu 10.000 Euro. "Das Land hat außerdem bereits Geld in Aussicht gestellt, um die eine oder andere Maßnahme umsetzen zu können", sagt Prettenthaler.
Bislang sind beim Joanneum Research 15 Vorschläge eingegangen. Mitmachen kann grundsätzlich jeder, der plausibel darstellen kann, wie eine Maßnahme wirkt und was sie kostet. Einsendeschluss ist der 15. Oktober.
Features
Der Wettbewerb
Unter dem Kürzel PEPMAC (Post Emission Particulate Matter Abatement Competition) suchen Joanneum Research und Land Ideen zur Feinstaubbekämpfung. Die ausgearbeiteten Ideen können ab sofort online eingereicht werden unter: www.pepmac.at
Nennschluss ist der 15 Oktober. Es gibt Preisgelder von bis zu 10.000 Euro.







