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23. Mai 2013 09:05 Uhr | Als Startseite
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Zuletzt aktualisiert: 10.07.2012 um 20:10 UhrKommentare

Umfrage in Graz peilt Marke von 60.000 an

Die Stadt Graz fragt ihre Bürger, was sie von der Umweltzone und dem Kauf des Reininghausareals halten. Geteilte Meinungen bei den Redakteuren der Kleinen Zeitung.

Grazer können über Umweltzone und Reininghausgründe abstimmen

Foto © LeodolterGrazer können über Umweltzone und Reininghausgründe abstimmen

Noch ist nicht aller Umfrage-tage Abend - doch schon jetzt lässt sich sagen, dass der gemeine Grazer mitreden möchte: Bereits mehr als 55.000 Personen haben bei der laufenden "Bürgerumfrage" der Stadt Graz abgestimmt. Bis zur Ziellinie am Sonntag dürfte also die Hürde von 60.000 Teilnehmern übersprungen werden.

Insgesamt sind ja 230.000 Bürger eingeladen, bei zwei Themen den Daumen nach oben oder nach unten zu richten: Zum einen will die Politik wissen, ob man für eine Umweltzone eintreten soll. Und zum anderen, was die Grazer von der Idee halten, dass die Stadt die Reininghausgründe im Westen kauft - um dort einen "idealen Stadtteil" zu entwickeln.

ÖVP und SPÖ haben ja die Umfrage ermöglicht - als Musterbeispiel für direkte Demokratie. Geerntet haben sie auch harsche Kritik: Diese reicht vom Vorwurf, die Politik gebe bloß Verantwortung ab, bis zur Frage, wie ein Laie einen Grundstückskauf über 75 Millionen Euro beurteilen soll.

Entsprechend geteilt fallen auch die Meinungen der Redakteure der Kleinen Zeitung aus . . .

Schuster bleib bei deinem Leisten

Fast fühle ich mich als gut informierter Bürger überfordert, Antworten zu finden. Doch ich habe mich entschieden. Ja zur Umweltzone. Irgendwo muss versucht werden, gegen Feinstaub anzugehen. Man kann es nie allen recht tun. Ein Nein zum Kauf der Reininghausgründe durch die Stadt. Die Verwaltung muss sich nicht zum Bauherren aufschwingen, sondern Regeln vorgeben. Außerdem bereitet es stets Bauchgrimmen, wenn Politiker bei Großprojekten so mitmischen. CHRISTIAN WENIGER

Längst überfällig

Alljährlich im Feinstaub-Herbst raten Ärzte, mit Grazer Kindern am besten daheimzubleiben - an einer Umweltzone führt daher kein Weg vorbei. Daher: Ja zur Abstimmung - um dann in einer längst überfälligen Debatte jene Details auszuarbeiten, die derzeit völlig offen sind. Und Reininghaus? Ich bin schon froh, wenn ich meine Kontoauszüge durchschaue - bei einem Grundstückskauf über 75 Millionen Euro scheitere ich kläglich. T'schuldigung, liebe Politiker, aber für so etwas seid ihr gewählt. MICHAEL SARIA

Ein englischer Garten für Graz

Das Reininghaus-Areal ist ein klasse Landfleck. Perfekt für ein Naherholungsgebiet: mit englischem Garten, Schwänen (ja, die gibt's dort!) oder Badeseen. Für so eine Vision hätte ich Ja gestimmt. Aber: Für einen "visionären Stadtteil", dem jegliche visionäre Details fehlen, bin ich nicht. Über die Umweltzone muss man in Graz endlich reden können. Sachlich; ohne dass Autofahrer gleich Amok düsen. In beiden Fragen gilt: Worüber wir genau abstimmen, bleibt im Detail im Dunklen. Schade." JULIA SCHAFFERHOFER

Unter Schmerzen zwei Mal Ja

Ich bin ja gegen die Befragung: Mit der Umweltzone fragt die Rathaus-Politik etwas, was sie selbst gar nicht entscheiden kann; bei Reininghaus gibt es zwar schöne Bilder, aber niemand in der Stadt weiß, wie das wirklich zu entwickeln ist. Dennoch, nachdem schon mehr als 45.000 Grazer abgestimmt haben, habe ich mich durchgerungen - und zweimal Ja gesagt. Ja zur Umweltzone, damit zumindest irgendetwas passiert; Ja zu Reininghaus, weil mit dem Kauf alleine noch nichts verhaut ist. GERALD WINTER

Mit starken Vorbehalten

Grundsätzlich bin ich ja für Bürgerbefragungen. Wenn allerdings nur dann befragt wird, wenn sich die Politik vor einer Entscheidung drücken will, sieht die Sache schon anders aus. Dennoch habe ich an der Befragung teilgenommen: Ja zur Umweltzone, auch wenn sie keine Lösung ist. Aber besser man versucht etwas, als man tut wie bisher nichts. Zum Ankauf der Reininghaus-Gründe gibt es ein klares Nein: Mit einem völlig überhöhten Preis eine marode Gesellschaft zu retten ist ein Skandal erster Ordnung. CLAUS ALBERTANI

Triste Aussichten

Die kolportierten, "tollen" Visionen sehen so aus: Reihenhaussiedlungen und Wohnblöcke für 30.000 Menschen, ein paar Bäume hier, ein nettes Bankerl da. Dazu gibt's eine weitere unklimatisierte Straßenbahn, die zu voll ist. Also fahren die Leute mit Ausnahmeregelungen in die Umweltzone, kaufen bei Kastner ein und parken in der Tiefgarage. Das alles wird nach einer flinken Bürgerbefragung umgesetzt. Die triste Aussicht: Die Luft bleibt schlecht, die Grünfläche ist verbaut, und es wird heißen: "Die Grazer wollten es so." ROBERT PREIS


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EU-Feinstaubgrenze

Laut EU-Recht darf nur an 35 Tagen im Jahr die Tageshöchstgrenze von 50 Mikrogramm Feinstaub (PM10) pro Kubikmeter überschritten werden.

 




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