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Zuletzt aktualisiert: 05.07.2012 um 20:18 UhrKommentare

Umweltzone betrifft auch Umland

Welche Auswirkungen könnte eine Umweltzone auf Weiz haben? Diese Frage stellten Unternehmer an Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann. Der sprach sich gegen diese Maßnahme aus.

Foto © AP/Sujet

Klein, aber äußerst interessiert war das Grüppchen regionaler Unternehmer, das sich im Kraftgarten des Hotels Ochensberger in St. Ruprecht versammelt hatte. Der Grund der Zusammenkunft: Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann sollte aufklären, wie sich die Umweltzone in Graz auf die Weizer Wirtschaft auswirken könnte.

Buchmann machte aus seiner Meinung keinen Hehl: "Die Umweltzone allein wird für die Situation in Graz nichts bringen", sagte Buchmann, "dafür benötigt man ein Maßnahmenbündel, das beim Verkehr, aber auch beim Hausbrand und bei der Industrie ansetzt." Wobei die Industrie bereits einiges in diese Richtung unternommen habe, so der Wirtschaftslandesrat.

"Viele Unternehmer im Bezirk Weiz meinen, sie wären davon nicht betroffen", sagte Vinzenz Harrer, Bezirksobmann des Wirtschaftsbundes, "das stimmt aber auf keinen Fall." Was auch Buchmann bestätigte. Denn falls die Umweltzone tatsächlich kommen sollte, so Buchmann, müsse man mit massiven Auswirkungen auf den gesamten steirischen Zentralraum rechnen: "Das ist die Region zwischen Frohnleiten und Leibnitz und zwischen Voitsberg und Gleisdorf, wo mehr als 550.000 Menschen leben und zwei Drittel der steirischen Wirtschaft beheimatet ist", sagte Buchmann. Sowohl Pendler als auch Gewerbebetriebe wären von dieser Maßnahme direkt betroffen. "Auch wenn man nur schnell etwas aus dem Bezirk Weiz nach Graz liefern muss."

Enteignung

Außerdem handle es sich bei dieser Aktion um eine "kalte Enteignung, denn viele Private fahren ja nicht aus Leidenschaft ein 20-jähriges Auto, sondern aus wirtschaftlichen Gründen", führte Buchmann weiter aus. Und gerade am Land sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein Auslangen zu finden.

Peter Schmerda, Unternehmer aus Gleisdorf, zeigte sich gegenüber einer Umweltzone weniger kritisch. "Ich bin im Grunde dafür, weil ich davon ausgehe, dass Experten herausgefunden haben, dass die Umweltzone etwas bringt", sagte Schmerda, "aber die Übergangsfrist ist einfach zu kurz." Einen Fuhrpark könne man nur Schritt für Schritt erneuern. "Außerdem hat man einen absoluten Wertverlust. Das ist ja auch die Sorge des Gebrauchtwagenhandels", sagte Buchmann, was sofort von Franz Kreimer, Leiter des Autohauses Jagersberger in Gleisdorf, bestätigt wurde.

Kein Stadtthema

"Dort ist der Einbruch bereits da, weil die Leute einfach kein Vertrauen mehr haben", fügte Harrer hinzu. All diese Punkte zeigten, dass das Thema Umweltzone nicht nur auf die Stadt beschränkt sei, so Harrer.

Dem stimmte Buchmann absolut zu. Doch bevor das Land aktiv werde, wolle man noch die Bürgerbefragung in der Stadt Graz abwarten.


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