Experten für Zone samt autofreier Tage
Fachleute begrüßen Umweltzone für alte Diesel-Kfz im Raum Graz. Und, dass jeder einmal in der Woche sein Auto stehen lässt.

Foto © Stadt Graz / FischerWerner Prutsch (Umweltamt Graz), Hans Moshammer von der Medizin Universität Wien und Jürgen Schneider vom Bundesumweltamt
Das Grazer Modell einer Umweltzone ("Gesundheitszone") landete am Mittwoch auf dem Prüfstand. Fazit: Österreichische Gesundheits- und Umweltexperten sind sich einig, dass die Feinst-Staub-Belastung die Gesundheit gefährdet und der Autoverkehr als ein Verursacher bislang zu wenig berücksichtigt worden ist.
Ergo steht man hinter dem Grazer Modell: In der Stadt sowie acht südlichen Gemeinden sollen ab Herbst 2013 alte Diesel-Fahrzeuge schrittweise tabu sein. Fahrplan: Im ersten Jahr gilt ein Fahrverbot für Diesel der Euro-Abgasklassen 0 bis 2. Im Folgejahr sind auch Diesel der Klasse Euro 3 ohne Partikelfilter betroffen. Damit könnte "eine Rußreduktion von 40 bis 50 Prozent erreicht werden. Das entspricht etwa 14 bis 20 Tonnen im Jahr", schildert Umweltamtsleiter Werner Prutsch. Freilich: "Eine Wundermaßnahme gibt es nicht", weiß der Beamte. Es sind noch die aufgewirbelten Teilchen und der Abrieb zu berücksichtigen. Daher sind "auch Maßnahmen sinnvoll, die den Verkehr reduzieren", ergänzt Hanns Moshammer (MedUni Wien). Heißt: Die Experten unterstützen den Vorschlag, neben der Umweltzone noch autofreie Tage (zum Beispiel je nach Kennzeichen-Ziffer) einzuführen. Das würde das in Zukunft noch weiter steigende Verkehrsaufkommen in der Landeshauptstadt einbremsen. Und es könnte Graz helfen, die Feinstaubüberschreitungstage in den Griff zu bekommen. Zugegeben unpopulär, aber "von jeder Maßnahme profitieren die Grazer", unterstreicht Jürgen Schneider (Bundesumweltamt).
Wichtig sei, eine solche Zone anständig vorzubereiten und Ausnahmen für Gelegenheitsfahrer zu berücksichtigen. Prutsch meint, dass Lenker betroffener Diesel-Kfz ein oder zwei Mal im Monat freie Fahrt haben sollten. Die große Unbekannte lautet aber: Stimmen die Grazer bei der Befragung (29. Juni bis 15. Juli) überhaupt für eine Zone? Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) hofft es "im Sinner der Gesundheit." Auch Ex-Koalitionspartnerin Lisa Rücker (Grüne) tritt für Umweltzone samt tagweise Fahrverbote ein. "Das ist zumutbar und machbar." Gibt es Alternativen? "Massive Fahrverbote, Citymaut oder Parkraumbewirtschaftung", listet Experte Schneider auf.








