Kampf gegen Blechlawine und Feinstaub
Während Graz an der Umweltzone plant, diskutieren andere Städte alternative Lösungen für weniger Verkehr und bessere Luft. Allen Ansätzen ist gemeinsam: Gratis sind sie nicht zu haben. Ihre Meinung zählt: Welche Maßnahme ist für Graz die sinnvollste?

Foto © Sandor Jackal - Fotolia.comMit 32 Feinstaubtagen hat Graz heuer bereits das EU-Limit für das gesamte Jahr durchbrochen
Graz pulsiert. Mehr als 340.000 Fahrten über die Stadtgrenze zählen Verkehrsexperten jeden Tag. Nur 15 Prozent davon decken die Öffentlichen Verkehrsmittel ab, der Rest entfällt zum Großteil auf Autos, in denen sich Pendler und Besucher den Weg in die Landeshauptstadt bahnen. Zum Vergleich: Die seit Jahren forcierte S-Bahn befördert täglich 32.000 Menschen nach Graz und zurück.
Kapazitätsgrenzen
Die Folgen kennen Pendler und Grazer zu Genüge: Straßen an ihren Kapazitätsgrenzen, die tägliche Suche nach freien Parkplätzen und Ärger über mangelnde Luftqualität. Mit 32 Feinstaubtagen hat Graz heuer bereits das EU-Limit für das gesamte Jahr durchbrochen. Ein beträchtlicher Teil der Luftbelastung geht neben Heizungen und Industrie auf den Verkehr zurück. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) will Mitte Juni mit der Umweltzone seine Lösung der Misere präsentieren. Kritik daran kommt gleich von zwei Seiten: Den einen gehen die geplanten Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge nicht weit genug, die anderen ärgern sich über die "Entwertung" ihrer Autos.
Während sich Graz über die Umweltzone in den Haaren liegt, diskutieren Städte wie Wien oder Salzburg andere Lösungen, etwa eine Citymaut mit Einfahrtsgebühren für alle Pkw. Wieder anderes schwebt der Grazer SPÖ-Chefin Martina Schröck vor: Sie will die Parkgebühren für alle Nicht-Grazer rigoros nach oben schrauben und ihnen so die Lust am Autofahren in Graz vergällen. All diese Modelle haben ihre Vor- und Nachteile. Im Folgenden ein Überblick.







