Die Münchner Problemzone
Umweltzone: Graz bekommt eine, München hat schon seit 2008 eine. Die Meinungen darüber, ob die Umweltzone die Feinstaubbelastung senkt, gehen auseinander. Keine negativen Auswirkungen spürt die Wirschaft in der Münchner Innenstadt.

Foto © Jürgen FuchsFeinstaub: auch in München werden Grenzwerte bis jetzt nicht eingehalten
"Das mit der Umweltzone ist alles Quatsch. Die Länder sollen geeignete Maßnahmen gegen den Feinstaub finden, aber dann stellt sich heraus: Die Umweltzone ist keine geeignete Maßnahme!" Der Mann mit dem bayrischen Filzhut ärgert sich über die Umweltzone, die seit 2008 einen Teil der Münchner Autofahrer von der Innenstadt ausschließt. Seit 2009 dürfen Autos mit roter Plakette nicht mehr hinein, für dieses Jahr sollen auch die Autos mit gelber Plakette in der Zone verboten werden. Nur Fahrzeuge mit grüner Plakette sind dann noch erlaubt. Aber wie sinnvoll ist das wirklich? Die Meinungen gehen weit auseinander. "Mit einer Studie hat der ADAC bewiesen, dass der Feinstaub fast oder gar nicht zurück gegangen ist und dass der Verkehr nur einen sehr kleinen Teil ausmacht." sagt Christian Laberer vom ADAC München.
Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt in München, sieht das anders. "Der Straßenverkehr ist bis zu 60 Prozent am Feinstaub beteiligt. Durch die Umweltzone haben wir die größten Stinker von der Straße weg." Dass viele Menschen ihr altes Auto für Stadtfahrten nun nicht mehr verwenden können, ist für ihn kein Problem. "Wir haben ein sehr gutes öffentliches Verkehrsnetz in München, bei dem kein Bürger weiter als 500 Meter bis zur nächsten Haltestelle gehen muss." Er gibt aber auch zu, dass die EU-Grenzwerte bis jetzt nicht eingehalten werden konnten.
Die großen Befürchtungen der Wirtschaft, dass keine Kunden mehr in die Innenstadt kommen, hat sich aber nicht bewahrheitet. Joseph Seybold von der Industrie- und Handelskammer erklärt: "Tatsache ist, dass viele Pkw den Standard erfüllen und es durch die Umweltzone keine spürbaren Auswirkungen auf die Wirtschaft gibt."
Auch wenn Graz im Vergleich viel kleiner ist, gibt es die gleichen Feinstaubprobleme. Die Werte sind viel zu hoch, die Regierung muss etwas unternehmen. Nächstes Jahr wird die Umweltzone auch für Graz kommen – wie viel Sinn die Zone wirklich hat, bleibt abzuwarten.







