Feinstaub: Plabutschtunnel im Visier
Regelmäßig kommt die Abluft aus dem Plabutschtunnel ins Gerede. Eine Studie des Landes zweifelt an Sinnhaftigkeit, die Entlüftung umzustellen. Filterung ist derzeit nicht möglich.

Foto © ASFINAG/SIMLINGERRegelmäßig sorgt die ungefilterte Abluft aus dem Plabutschtunnel für Ängste bei den Anrainern
Es ist ein Dauerbrenner, der seit der Eröffnung des Plabutschtunnels buchstäblich in der Luft liegt. Immer wieder nehmen Anrainer oder auch Experten die praktisch ungefilterte Abluft aus der Röhre ins Visier. Die jetzt drohende Umweltzone bringt das Thema wieder aufs Tapet. Verantwortliche Politiker und Fachbeamte sehen allerdings keinen Handlungsbedarf.
"Ist es so viel einfacher, eine Fahrverbotszone in Graz einzuführen, als endlich von der Asfinag die notwendigen Filter für die Abluft aus dem Plabutschtunnel einzufordern?", fragt die Familie Riedl in einem Leserbrief in der letzten Ausgabe der Sonntagszeitung G7 der Kleinen Zeitung. Aus dem Tunnel werde der Feinstaubdreck von täglich rund 30.000 Kfz hinausgeblasen.
Fakt ist, dass der Plabutschtunnel zwar über zwei Lüftungsschächte verfügt, die Entlüftung seit der Inbetriebnahme der zweiten Röhre im Jahre 2004 nicht mehr über die Schächte erfolgt. Die Abluft wird über die Portale Süd und Nord aufgrund des Fahrzeugschubes (Selbstbelüftungseffekt) abgeführt.
Prüfung beantragt
Zuletzt hat man sich nach Anrainerbeschwerden im Herbst 2010 im Grazer Rathaus mit dieser Thematik befasst. Nach einer Anfrage im Gemeinderat hat der damalige Gesundheitsstadtrat Karl-Heinz Herper (SPÖ) die Initiative ergriffen und eine aktuelle Prüfung der Situation eingefordert. Woraufhin von der Fachabteilung 17C des Landes Steiermark eine Untersuchung in die Wege geleitet wurde. Dabei sollte vor allem auch geklärt werden, welche Auswirkungen es hätte, würde man die Abluft wieder über die Schächte abführen.
Die Aussagen dieser Studie zusammengefasst: Die Führung der Abluft über die Schächte würde einen äußert begrenzten Nutzen bringen - und zwar ausschließlich den unmittelbaren Nachbarn der beiden Tunnelportale. Beim Südportal sei außerdem ein starker Einfluss des Verkehrsaufkommens rund um den Verteilerkreis Webling und die Kärntnerstraße mitzuberücksichtigen. "Es muss aber auch festgehalten werden, dass eine Änderung der Lüftung über die Schächte mit einem enormen Energieaufwand verbunden wäre", relativiert man in der Studie. Damit nicht genug: Den Anrainern nahe der Schächte würde diese Form der Entlüftung gar eine leichte Mehrbelastung bescheren.
Mit Hinweis auf diese Studie bestätigt man sowohl bei Gesundheitsstadtrat Michael Grossmann (SPÖ) als auch bei Umweltreferentin Lisa Rücker (Grüne), dass eine Umstellung derzeit kein Thema sei. "Die Filterung der Tunnelabluft sei derzeit nicht Stand der Technik", versichert man im Grazer Umweltamt.







