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    Zuletzt aktualisiert: 23.04.2012 um 10:44 UhrKommentare

    Wie die Umweltzone in Deutschland ankommt

    Ganz Graz diskutiert die Umweltzone. Einige deutsche Städte haben sie schon seit 2008 und das Gröbste hinter sich. G7 im Grenzverkehr zu den Nachbarn.

    Ab Jänner 2008 führten deutsche Städte Umweltzonen ein - bis heute mehr als 50

    Foto © stockpix4u - FotoliaAb Jänner 2008 führten deutsche Städte Umweltzonen ein - bis heute mehr als 50

    München ist erstaunt, die Verwunderung am anderen Ende der Telefonleitung ist nicht zu überhören. "Graz hatte bisher noch gar keine Umweltzone?" Quasi: Wie gibt's das denn? Verständlich. Sind uns die Deutschen in Sachen städtischer Fahrverbote zur Feinstaub-Reduktion doch Jahre voraus.

    Seit 2008 gibt es in der Bundesrepublik vielfach eine Ausweispflicht für Autos. Berlin, Hannover, München und Gelsenkirchen sind nur vier der aktuell über 50 Beispiele für Umweltzonen bei unseren Nachbarn (siehe Grafik). In sieben Städten dürfen mittlerweile nur noch Fahrzeuge mit grünen Plaketten ihre Abgase in die Luft blasen. Das heißt: Die EURO-Norm 4 (Zulassung ab 2006) hat freie Fahrt, die EURO 3 (gelbe Plakette), 2 (rote Plakette) und 1 (ohne Plakette) müssen draußen bleiben.

    Was in Graz schon in der Theorie heftige Proteste auslöst, sorgt auch in Gelsenkirchen für Emotionen. Seit 2008 dürfen plakettenfreie Autos nicht mehr zufahren, seit heuer gilt das fast für das gesamte Stadtgebiet. "Die betroffenen Bürger sind richtig sauer", erzählt Horst-Werner Wolter, Bezirksregierung Münster.

    63 Prozent pro Umweltzone

    In Bayern hingegen ist das kein Problem mehr. München-Pressesprecherin Katrin Zettler: "63 Prozent der Einwohner sind für die Umweltzone." Dabei darf die Umweltzone und damit die Innenstadt seit 2010 nur noch von gelb und grün eingestuften Autos befahren werden, frühestens Ende 2012 plant man den Ausschluss von Gelb. Fahrten auf dem Mittleren Ring (= Stadtautobahn) sind für alle Fahrzeuge nach wie vor erlaubt.

    In Hannover und Berlin sieht man seit 2010 nur noch Grün. "Wir haben die größte Aufregung hinter uns", erzählt Dirk Schmidt, vom Bereich Umweltschutz der Stadt Hannover: "Die älteren Modelle sind ausgemustert. Die Evaluierung hat ergeben, die Zone wirkt." In Hannover war vor allem Stickstoffdioxid (NO2) der Feind. Da habe sich die Belastung im Jahresmittelwert um zehn Prozent verringert.

    Die schrillen Töne vom Aussperren der Autos und der Gefahr für den Wirtschaftsstandort waren - wie in Graz jetzt - von Anfang an Begleitmusik. In Hannover liefen CDU, FDP und der Autofahrerklub ADAC gegen die "rot-grüne Umweltzone" Sturm. Verärgerte Autobesitzer klagten sogar gegen die Zone, blieben dabei aber allesamt erfolglos.

    Zehn Feinstaubtage weniger

    Die Berliner Wirkungsanalyse belegt, dass dank Umweltzone weniger Feinstaub aufgewirbelt wird: Ohne sie wäre 2010 der Jahresmittelwert um sieben Prozent höher gewesen und die Stadt hat sich zehn Feinstaub-Überschreitungstage erspart. Auch sonst hat die Berliner Luft gewonnen: Emissionen von Dieselruß sind um 58 Prozent, jene von Stickoxiden um 20 Prozent gesunken.

    BERND HECKE, SABRINA LUTTENBERGER

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      Laut EU-Recht darf nur an 35 Tagen im Jahr die Tageshöchstgrenze von 50 Mikrogramm Feinstaub (PM10) pro Kubikmeter überschritten werden.

       




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