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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 um 11:11 UhrKommentare

Graz abermals negativer Feinstaub-Spitzenreiter

Trockene Kälte, wie sie derzeit in Österreich herrscht, lässt die Feinstaub-Pegel in die Höhe schnellen. An der Messstelle Graz Süd wurde in diesem Jahr bereits an 16 Tagen der Tagesgrenzwert überschritten.

Im Schnitt war die Bevölkerung in der steirischen Metropole an jedem zweiten Tag einer zu hohen Feinstaubwerten ausgesetzt

Foto © APA/SujetIm Schnitt war die Bevölkerung in der steirischen Metropole an jedem zweiten Tag einer zu hohen Feinstaubwerten ausgesetzt

Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) war dabei Graz erneut negativer Spitzenreiter mit Grenzwert-Überschreitungen an jedem zweiten Tag. In der steirischen Landeshauptstadt wurde die erlaubte Höchstmarke an neun der vergangenen zehn Tagen übertroffen, in Wien an allen der vergangenen sieben Tage. Der VCÖ verwies dabei auf eine aktuelle US-Studie, wonach Verkehrsabgase stärker als bisher angenommen Asthma verursachen sollen, und forderte ein "Öffi-Jobticket" für alle Beschäftigten.

Trockene Kälte für die Luftqualität "ungünstig"

"Das Wetter verursacht keinen Feinstaub, es ist jedoch entscheidend, ob der Feinstaub länger in der Luft bleibt oder nicht. Die Verursacher sind Verkehr, Industrie und Heizungen", betonte Bettina Urbanek vom VCÖ. Trockene Kälte sei für die Luftqualität "ungünstig". Laut VCÖ ist die Feinstaub-Belastung derzeit in weiten Teilen Österreichs zu hoch: Am gestrigen Mittwoch wurde bei zwei Messstellen in Wien (Rinnböckstraße, Taborstraße) der Tagesgrenzwert um mehr als das Doppelte überschritten.

Noch schlimmer ist die Situation in Graz. An der Messstelle Graz Süd wurde in diesem Jahr bereits an 16 Tagen der Tagesgrenzwert überschritten - erlaubt sind 25 Tage im gesamten Jahr. Im Schnitt war die Bevölkerung in der steirischen Metropole an jedem zweiten Tag einer zu hohen Feinstaubwerten ausgesetzt. In diesem Zusammenhang verwies der VCÖ auf eine kürzlich veröffentlichte medizinische Studie aus den USA, die zeigt, dass Verkehrsabgase für die Hälfte der Asthmafälle von Kindern verantwortlich sind.

Kinder atmen mehr Schadstoffe ein

Maßnahmen zur Bekämpfung des Feinstaubes hätten demnach eine besonders positive Wirkung auf die Gesundheit: Der vom Verkehr verursachte Feinstaub ist (im Unterschied zu jenem aus der Industrie) bodennah und wird in der Stadt unmittelbar dort emittiert, wo Menschen wohnen. Zudem sind die Dieselrußpartikel der Verkehrsabgase aufgrund ihrer Kleinheit um ein Vielfaches gesundheitsschädlicher als grobkörniger Feinstaub. Besonders gefährdet sind Kinder: Ihre Lunge befindet sich im Wachstum, Kinder haben eine höhere Atemfrequenz und atmen somit mehr Schadstoffe ein, hieß es in einer VCÖ-Aussendung am Donnerstag.

Der VCÖ fordert verstärkte Anreize für den Umstieg vom Auto auf Öffentliche Verkehrsmittel. So sollen Betriebe und Unternehmen - so wie etwa in Deutschland - die Möglichkeit erhalten, allen Beschäftigten eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr geben zu können, ohne dass für diese zusätzlich Sozialabgaben und Steuern zu bezahlen sind. In Österreich besteht seit einem Jahr diese Möglichkeit nur für Beschäftigte, die einen Arbeitsweg von mehr als 20 Kilometer haben.


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Laut EU-Recht darf nur an 35 Tagen im Jahr die Tageshöchstgrenze von 50 Mikrogramm Feinstaub (PM10) pro Kubikmeter überschritten werden.

 




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