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Zuletzt aktualisiert: 18.11.2010 um 05:55 UhrKommentare

Feinstaub: "Aktionspaket im Sommer"

Gerhard Kurzmann (FPÖ), seit Kurzem neuer Umwelt- und Verkehrslandesrat, über die wichtigsten inhaltlichen Vorhaben seines Ressorts.

"Mich konnte noch niemand überzeugen, dass Umweltzonen für die Bevölkerung Vorteile bringen": Gerhard Kurzmann

Foto © KANIZAJ "Mich konnte noch niemand überzeugen, dass Umweltzonen für die Bevölkerung Vorteile bringen": Gerhard Kurzmann

Herr Landesrat, die Schi-WM in Schladming steht vor der Tür. Ist verkehrsmäßig dafür alles auf Schiene?
GERHARD KURZMANN: Die Verkehrslösungen bei den Einfahrten von Schladming stehen außer Frage. Was die Kreuzung in Trautenfels betrifft, sagen die Experten, dass während der WM jede Form der Ampelschaltung flach fällt und man das durch Polizisten regeln muss. Persönlich habe ich eine Präferenz, nämlich den Kreisverkehr mit Unterflurtrasse. Das geht sich aber bis zur WM nicht aus.

Wie steht es um den Grazer Südgürtel? Womit ist zu rechnen?
KURZMANN: Ich bin noch nicht über den konkreten Willen der Stadt informiert. Es gibt da keine einheitliche Grazer Willensbildung.

Eine Studie zeigt, dass die Einfahrtsrouten nach Graz an der Grenze der Überlastung stehen. Es gibt dort fast nur Staus. Was sagen Sie zu Vorschlägen, Busspuren und Taktverkehr einzurichten, auch auf Kosten des Platzes für den Individualverkehr?
KURZMANN: Eine der wichtigsten Maßnahmen ist sicher, den öffentlichen Verkehr zu stärken, etwa bei der S-Bahn. Es muss aber auch klar sein, den Speckgürtel rund um Graz kriegt man nur dann verkehrsmäßig in den Griff, wenn man leistungsfähige Straßen anbietet.

Was hat für Sie beim Grazer Verkehr absolute Priorität?
KURZMANN: Vordringlich sind Alternativen, dass die Umweltzone nicht notwendig wird. Es geht darum, besonders im Westen die Luftsituation zu verbessern. Da wird beim Plabutschtunnel etwas geschehen müssen.

Sie sind gegen die Umweltzone, aber es muss ja etwas geschehen in Sachen Feinstaub. Wann wird es also gewissermaßen ein Kurzmann-Feinstaub-Paket geben?
KURZMANN: Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass es mehr Fernwärmeanschlüsse gibt oder am Tausch von Heizkesseln. Bis zum Sommer müssen wir mit einem umfassenden Maßnahmenpaket Brüssel überzeugen, dass Graz in Sachen Feinstaub alles unternimmt. Ich habe ja kein Interesse, mit dem Thema ständig befasst zu sein.

Was kann denn in dieser kurzen Zeit, die Brüssel uns gibt, noch geschehen?
KURZMANN: Ich habe jedenfalls nicht die Absicht, Fahrverbote zu verhängen. Mich konnte noch niemand überzeugen, dass Umweltzonen so funktionieren, dass sie für die Bevölkerung Vorteile bringen.

Würden Sie sich überhaupt überzeugen lassen?
KURZMANN: Wenn der wissenschaftliche Beweis erbracht werden könnte und die Feinstaubkonzentration in Graz weiter steigt, dann wäre, um die Gesundheit der Grazer nicht zu gefährden, eine Umweltzone anzudenken.

Es gibt eine starke Kritik aus Wien am Koralmtunnel. Stehen Sie eigentlich voll hinter diesem Projekt?
KURZMANN: Der Tunnel ist vor allem in Verbindung mit dem Semmering-Basistunnel ein ganz wichtiges Zukunftsprojekt. Die Steiermark kommt so aus ihrer Randlage heraus und diese Chance darf man nicht auslassen. Ich bin auch überzeugt, dass das politisch außer Streit gestellt ist.

INTERVIEW: GÜNTER PILCH, JOHANNES KÜBECK

ZUR PERSON

Gerhard Kurzmann, geboren am 30. Oktober 1953 in Graz.

Ausbildung. Studium der Geschichte und Germanistik.

Karriere. Jugend- und Bezirksfunktionär der FP in Graz. 1998 Nationalrat, 2005 FPÖ-Landesobmann, 2010 Landesrat.

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