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Zuletzt aktualisiert: 01.07.2011 um 16:09 UhrKommentare

Bockshornkleesamen Ursache des EHEC-Ausbruchs

Zur Sprossenherstellung verwendete Bockshornkleesamen seien "mit großer Wahrscheinlichkeit" die Ursache des EHEC-Ausbruchs, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung mit. Der nach Österreich gelangte Samen weist keine EHEC-Bakterien auf.

Saatgut von Bockshornklee-Sprossen

Foto © APASaatgut von Bockshornklee-Sprossen

Die deutschen Behörden gehen davon aus, dass Bockshornkleesamen Auslöser für die EHEC-Epidemie waren. Zur Sprossenherstellung verwendete Bockshornkleesamen seien "mit großer Wahrscheinlichkeit" Ursache des Ausbruchs, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Freitag in Berlin mit.

Die Samen einer bestimmten aus Ägypten stammenden Charge gingen demnach über einen Zwischenhändler auch an den Sprossenbetrieb im niedersächsischen Bienenbüttel, der aus Ausgangspunkt für die Erkrankungswelle in Deutschland gilt.

Bockshornklee-Lieferung nach Österreich

Nach den EHEC-Ausbrüchen in Deutschland und Frankreich sind laut der AGES auch in Österreich verdächtige Sprossenlieferungen überprüft worden. Über das Europäische Schnellwarnsystem RASFF wurden die heimischen Behörden informiert, dass 2010 und 2011 verdächtige "Bockshornklee"-Samen in zwei Chargen aus Ägypten über Deutschland auch an einen Betrieb nach Österreich geliefert wurden. Die Ergebnisse der ersten Proben-Untersuchung auf EHEC-Bakterien sind aber negativ verlaufen, hieß es heute, Freitag, in einer Aussendung.

Der Betrieb hat die Lieferung der erhaltenen 250 Kilogramm Samen aus 2010 an einen Gastronomiebetrieb geliefert, die 25 Kilogramm aus 2011 an eine Bäckerei. Von der ersten Tranche wurden zwar 20 Kilo im Küchenbereich als Keimlinge verwendet, aber keine Erkrankungsfälle bekannt. Der Rest wurde im Februar 2011 aufgrund von Schädlingsbefall vernichtet.

In der Bäckerei wurden die Samen als Gewürzzutat verwendet und bisher nur zum Teil vermahlen, jedenfalls aber noch nicht in der Produktion verwendet. Sie werden ausschließlich im Brot verbacken, eventuell vorhandene Keime würden durch die Hitze abgetötet. Zur Überprüfung der noch komplett vorhandenen Ware wurden Proben gezogen. Die Samen dürfen vorerst nicht verwendet werden, betonte die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).

Weitere Analyseergebnisse zu der Bockshornklee-Lieferung nach Österreich werden nächste Woche vorliegen. Die Empfehlung der AGES bleibt aufrecht, bis auf weiteres Sprossen - speziell Bockshornkleesprossen - nicht roh, sondern nur ausreichend erhitzt zu konsumieren.


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