Erster aggressiver EHEC-Keim auf Sprossen gefunden
Es ist ein Durchbruch: Die gefährlichen EHEC-Erreger vom Typ O104 sind auf Sprossen aus einem Bio-Betrieb in Niedersachsen nachgewiesen worden. Damit konnte "erstmalig eine ununterbrochene Kette" zwischen infizierten Sprossen und erkrankten Menschen hergestellt werden.

Foto © ReutersMit großer Wahrscheinlichkeit sind Sprossen die Quelle der EHEC-ERkrankungen in Deutschland
Sprossen sind mit großer Wahrscheinlichkeit doch die Ursache für die EHEC-Epidemie in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen wiesen Lebensmittelkontrolleure erstmals den aggressiven EHEC-Typ O104 in einer Packung Sprossen nach, die aus dem unter Verdacht stehenden Betrieb in Niedersachsen stammen. Die Packung befand sich im Mistkübel einer Familie, in der zwei EHEC-Fälle registriert worden waren.
Deutschlandweit sind bisher 29 Menschen nach einer Infektion mit dem aggressiven Darmkeim gestorben. Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Andreas Hensel, erklärte, dass die verhängte Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate aufgehoben worden ist. Die Warnung der Behörden für Sprossen bleibe dagegen bestehen. Vor allem rohe Sprossen sollten nicht gegessen werden, sagte Hensel.
Der unter EHEC-Verdacht stehende Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel wurde komplett gesperrt und darf kein Gemüse mehr in den Handel liefern. Der Betrieb sei nun definitiv als Hauptauslöser für die EHEC-Erkrankungswelle in Deutschland ausgemacht worden, hieß es.
Russland hat mittlerweile der Aufhebung des Importstopps für Gemüse aus der EU zugestimmt. Das gab EU-Kommissionspräsident Barroso am Freitag nach Gesprächen mit der russischen Führung bekannt. Die russischen Behörden hatten das Embargo wegen des Darmkeims EHEC verhängt.
Eine Million Euro Schaden für heimische Bauern
Die EHEC-Krise hat unterdessen die österreichischen Bauern in den vergangenen zwei Wochen rund eine Million Euro gekostet. Allein der Wiener Gemüsevermarkter LGV musste rund 1,5 Millionen Gurken entsorgen und beziffert den bisherigen Verlust mit 700.000 Euro. "Wenn wir Glück haben, kommen wir mit einem Schaden von einer Million Euro davon", sagte LGV-Vorstand Gerald König König zur APA. Europaweit hätten die Bauern pro Woche 500 Million Euro verloren, schätzt das österreichische Landwirtschaftsministerium.









