Arzt: Keine Entwarnung in Hamburg
Rund drei Wochen nach dem Auftreten der ersten EHEC-Fälle gibt es in der besonders betroffenen Stadt Hamburg weiter keine Entwarnung. In Skandinavien hingegen gehen die Neuzahlen der Infektionen zurück.

Foto © Reuters
"Bei uns ist die Lage nach wie vor angespannt", sagte Prof. Jörg Debatin, Vorstandschef des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Zur Zeit würden in der Klinik 102 Patienten mit dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), einer schweren Komplikation, behandelt. Darunter seien 27 Kinder und fünf schwangere Frauen. "Der Trend, den wir Anfang der Woche erhofft hatten, dass die Anzahl der Neuinfektionen zurückgeht, hat sich leider nicht bestätigt", sagte Debatin. In der Nacht auf Donnerstag starb im UKE eine 81 Jahre alte Frau an den Folgen der Infektion. In Deutschland war es der 17., in Hamburg der 3. EHEC-Todesfall.
Rückgang
Die Gesundheitsbehörden in Dänemark und Schweden melden rückläufige Zahlen bei den Infektionen mit dem Darmbakterium EHEC. Nach Angaben aus Stockholm von Donnerstag sind bisher 46 Schweden erkrankt. Im Krankenhaus der Kleinstadt Boras war eine Frau Anfang der Woche gestorben.
Die Zahl der Infektionen in Dänemark gab das Kopenhagener Seruminstitut mit 17 an. So gut wie alle Infizierten seien kurz vor ihrer Erkrankung in Deutschland gewesen. "Die Entwicklung ist jetzt ziemlich friedlich", sagte der Institutssprecher Kare Molbak der Nachrichenagentur Ritzau. In Norwegen hat es bis Donnerstag eine nachgewiesene Infektion gegeben.








