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Zuletzt aktualisiert: 19.10.2010 um 10:19 UhrKommentare

Kumpel in Chile fordern Entschädigung für Kollegen

Einige der geretteten Bergarbeiter in Chile haben Entschädigungen für ihre Kollegen gefordert, die nicht in der Unglücksmine verschüttet worden waren. Die meisten Arbeiter, die nicht eingeschlossen worden waren, sind arbeitslos.

Kinder stellen die Rettung der chilenischen Bergleute mit Spielzeug nach

Foto © ReutersKinder stellen die Rettung der chilenischen Bergleute mit Spielzeug nach

"Bitte unterstützt unsere Kollegen, denn auch sie haben Rechte. Ich rufe die Unternehmer auf, Entschädigungen zu zahlen, denn auch die Kollegen haben Familien, die sie ernähren müssen", sagte Omar Reygadas am Sonntag (Ortszeit). Er war vergangenen Mittwoch nach mehr als zwei Monaten unter Tage zusammen mit 32 weiteren Kumpeln gerettet worden.

Nach Angaben des Gewerkschafters Javier Castillo haben 266 Arbeiter der Mine in der Atacama-Wüste bisher keine Arbeitspapiere erhalten. Das Bergbauunternehmen San Esteban, das die Mine betrieb, sei zahlungsunfähig und könne deshalb auch die mit der betriebsbedingten Kündigung verbundenen Entschädigungen nicht auszahlen.

Bisher hätten nur fünf frühere Arbeiter der Mine, die seit dem Unglück am 5. August geschlossen ist, eine neue, besser bezahlte Arbeit angenommen und damit auf die Entschädigung verzichtet, sagte Castillo. Alle anderen seien arbeitslos. Die Geretteten selbst bekommen einen Lohnersatz aus einem Notfallfonds für Arbeiter, die einen Arbeitsunfall erlitten haben. Ihre Familien hatten zudem Ende September eine Entschädigungsklage angekündigt.

Keine Zusagen

Nach Angaben von Castillo brachte die Mine vor dem Unglück monatlich Gewinne von etwa 300 Millionen Pesos (447 000 Euro) ein. Castillo forderte den Staat auf, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter ihre Entschädigung erhalten und neue Arbeit suchen könnten. Präsident Sebastian Pinera hatte auf die Frage nach staatlichen Hilfen geantwortet: "Wenn wir die Kumpel in der Tiefe nicht allein gelassen haben, dann werden wir sie auch an der Oberfläche nicht allein lassen." Konkrete Zusagen hatte der Staatschef nicht gemacht.

13 der geretteten Kumpel hatten die Mine San Jose am Sonntag besucht, um an einem Dankgottesdienst teilzunehmen. Sie wurden so sehr von der Presse bedrängt, dass die Polizei einschreiten musste. Dennoch äußerten sich einige der Kumpel zufrieden: "Einmal in der Tiefe dachten wir, die Rettungsbohrung sei fehl geschlagen. Deshalb sind wir jetzt noch glücklicher, am Leben zu sein", sagte Bergmann Claudio Yanez.

Kumpel Daniel Herrera fügte hinzu: "Es ist sehr schmerzhaft, an die Zeit in der Tiefe zu denken. Es ist aber auch sehr bewegend zu sehen, was unsere Angehörigen hier oben aushalten mussten." Alle Bergleute sind mittlerweile wieder bei ihren Familien zu Hause.


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