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  • 31. Oktober 2014 11:41 Uhr | Als Startseite
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    Zuletzt aktualisiert: 15.10.2010 um 16:35 UhrKommentare

    Gerettete Kumpel kommen nach Hause

    Die längste Schicht im Leben der geretteten Bergleute in Chile geht endlich zu Ende: Nach ihrer Rettung aus der Kupfer- und Goldmine San Jose sollten die meisten der 33 Kumpel noch am Freitag nach Hause entlassen werden.

    Foto © Reuters

    Am Donnerstag hatten schon die beiden Chilenen Edison Pena und Juan Illanes und ihr bolivianischer Kollege Carlos Mamani die Klinik in Copiapo verlassen. Erstmals seit dem 5. August waren sie damit wieder frei zu tun und lassen, was sie wollten.

    Chiles Präsident Sebastian Pinera hatte nach einem Besuch der Bergleute im Krankenhaus betont, die spektakuläre Rettung habe das Ansehen des Landes in der Welt erheblich gesteigert. "Ich habe Anrufe von allen lateinamerikanischen Präsidenten, aber auch von vielen anderen Staatschefs aus aller Welt erhalten, die mir zu dem Erfolg gratuliert haben." Seine Popularität in der Heimat war mit dem glücklichen Ende des längsten Grubendramas der Geschichte deutlich gestiegen.

    Fast alle Kumpel unversehrt

    Die meisten der 33 Männer haben das Martyrium unter Tage körperlich fast unversehrt überstanden. Nach ersten Untersuchungen sind sie überraschend fit. Nur einer hat nach Angaben der Ärzte eine Lungenentzündung.

    Die chilenischen Mediziner sagten, alle Bergleute seien "einem sehr hohen Stress-Level" ausgesetzt gewesen. Aber offensichtlich hätten sie die Belastungen gut weggesteckt. "Die gute gesundheitliche Verfassung, in der sie sich befinden, ist eine Überraschung für das Ärzteteam", sagte ein Arzt im Krankenhaus in Copiapo.

    Einer der Männer habe "mittlere Probleme" mit den Augen. Mario Gomez werde mit Antibiotika wegen einer "Lungen-Komplikation" behandelt. Er soll angeblich auch eine Staublunge haben, genauso wie Mario Sepulveda, der gerühmte "Sprecher" der Gruppe.

    Weinen und Nervosität

    Die Tochter von Omar Reygadas, der als 17. aus dem unterirdischen Verlies befreit wurde, schrieb in einem Tagebuch für den britischen Sender BBC über ihren Vater: "Im allgemeinen ist er guter Stimmung. Aber wenn er sich an die ersten Tage nach dem Unglück erinnert, fängt er an zu weinen und wird nervös. Doch dann nimmt er sich zusammen und ist wieder guter Laune."

    Edison Pena wurde bei seiner Heimkehr von jubelnden Nachbarn mit einem Konfettiregen begrüßt, berichtete das chilenische Fernsehen: "Ich dachte, ich würde nie mehr heimkehren", sagte der Bergarbeiter gerührt. Juan Illanes erzählte seinen Freunden, die Wochen in dem unterirdischen Verlies hätten ihn "an seine Grenze gebracht".

    "Wir warteten auf den Tod"

    Der 27-jährige Richard Villarroel Godoy, der als 28. aus der Mine gerettet wurde, beschrieb in einem Interview mit der "Washington Post" die Verzweiflung der Verschütteten in den ersten 17 Tagen: "Wir warteten auf den Tod", sagte der Chilene, der im November Vater wird. "Wir schwanden dahin, wir waren so dünn", erzählte der Bergarbeiter. Bis zu ihrer Entdeckung ernährten sich die Kumpel von zwei Teelöffeln Thunfisch pro Tag. Er habe mehr als zwölf Kilogramm abgenommen, sagte Villarroel. "Ich hatte Angst, dass ich mein ungeborenes Baby niemals sehen würde."

    Präsident Pinera kündigte als Konsequenz aus dem Minenunfall bessere Arbeitsschutzgesetze für alle Wirtschaftszweige Chiles an. Die Regierung war in die Kritik geraten, weil die Arbeitsbedingungen im Bergbau dürftig seien. Angehörige der Kumpel hatten bereits vor Wochen angekündigt, Schadenersatz in Millionenhöhe einzuklagen. Bei der Mine San Jose, die erst wieder in Betrieb gehen dürfe, wenn sie allen Sicherheitsstandards entspreche, soll eine Gedenkstätte errichtet werden.

    20 Millionen für Rettung

    Die Rettung kostete nach Pineras Worten zwischen zehn und 20 Millionen Dollar (14,5 Millionen Euro). Dieser Betrag setze sich aus staatlichen Mitteln und privaten Spenden zusammen. Wie groß der jeweilige Beitrag war, ließ er offen. Die staatlichen Ausgaben sollten von dem Minenunternehmen San Esteban, das die Mine betrieb, ersetzt werden. Das Unternehmen ist jedoch zahlungsunfähig.

    Laut BBC stellte Pinera für den 25. Oktober ein großes Fest zu Ehren der Geretteten in der Hauptstadt Santiago in Aussicht. Zwei vermeidbare Fehler haben nach Einschätzung des deutschen Geologen Wolfgang Griem das Minenunglück in der chilenischen Atacama-Wüste ausgelöst. Aus der Kupfer- und Goldgrube San Jose sei einfach zu viel herausgeholt worden. Außerdem seien die Stollen nicht genügend abgestützt worden. "Es war eine absehbare Katastrophe", sagte der aus Hamburg stammende Direktor des geologischen Instituts an der Universität von Atacama in Copiapo am Donnerstag (Ortszeit).

    Einem Bericht der Zeitung "La Tercera" zufolge sollen die 33 noch in der Mine einen Pakt geschlossen haben. Demnach sollen alle Einnahmen in einen Topf kommen, aus dem jeder einen gleichen Teil erhält. Eine Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.


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