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  • 03. September 2014 07:00 Uhr | Als Startseite
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    Zuletzt aktualisiert: 15.10.2010 um 06:30 UhrKommentare

    "Bangen, bis der Letzte oben war"

    Die Kärntner Johannes Pemberger und Heinz Tilz und der Burgenländer Peter Laschober holten die 33 Kumpel herauf.

    Johannes Pemberger, einer der beiden Kärntner, die in Chile halfen, 33 Leben zu retten, vor der Kulisse der Anden

    Foto © KKJohannes Pemberger, einer der beiden Kärntner, die in Chile halfen, 33 Leben zu retten, vor der Kulisse der Anden

    Ihre Handynummern sind fast so geheim wie jene von US-Präsident Barack Obama - oder Sebastián Piñera, den die Kärntner Johannes Pemberger und Heinz Tilz und der Burgenländer Peter Laschober dieser Tage persönlich kennenlernten.

    "Piñera hat sich sogar selbst bei ihnen bedankt", erzählt Christine Tilz, die Mutter des Knappenbergers Heinz Tilz. Chiles Präsident hatte auch allen Grund dazu: Die drei Mitarbeiter des Leobener Unternehmens Östu Stettin waren in der Atacama-Wüste maßgeblich an der Rettung der 33 Kumpel beteiligt. An der Seilwinde haben sie die Männer nach oben gezogen.

    "Sie hatten das geeignete technische Gerät", erklärt Pembergers Sohn André und verrät dann, wie man seinen Vater erreichen könnte. Möglicherweise.

    Es klappt. Glücklicherweise. Während des Gesprächs via Skype liegt Johannes Pemberger auf der Couch und macht einen ebenso zufriedenen wie erschöpften Eindruck.

    "Mir geht es ausgezeichnet", sagt er aber sofort. Wie viele Interviews er bereits gegeben habe: "Keines." Bislang ging es nur darum, dass die Rettung gelingt.

    Jetzt, danach, sei es schon "außergewöhnlich, etwas ganz Besonderes", das Gefühl, 33 Menschenleben gerettet zu haben.

    Wie viel er geschlafen habe in letzter Zeit? "Wenig, sehr wenig. In den Pausen döst man ein bisschen, schlafen kann man nicht. Und jetzt sind wir alle ein bisschen überdreht."

    Im Zweistunden-Takt waren er und seine Kollegen im Einsatz. "Hoch konzentriert", sagt er, "der Schacht ist immerhin 620 Meter tief. Da hätte kein Fehler passieren dürfen." Und es ist auch keiner passiert. "Keine einzige Panne hat es gegeben", sagt Pemberger und in seiner Stimme schwingt eine Mischung aus Erleichterung und Stolz mit.

    Jetzt wird weiter gefeiert

    "Es war ein Wahnsinn, als der Erste heroben war", erinnert sich der Kärntner, "aber die Anspannung auf den Gesichtern war erst weg, als der letzte Mineur geborgen war und auch alle Retter." Die Chilenen seien ein sehr emotionales Volk, sagt er, "jetzt wird immer noch gefeiert, heute noch mehr als gestern".

    Die drei Österreicher bekamen nach ihrem anstrengenden Einsatz einen Tag frei. "Anschließend beginnen wir mit dem Abbau", so Pemberger, der schätzt, dass er Mitte nächster Woche wieder bei seiner Frau Fernanda und seinen beiden Kindern in Kärnten sein wird.

    Fernanda ist Portugiesin. Der Hüttenberger hat sie während einem seiner Auslandseinsätze kennen- und lieben gelernt und gleich mit nach Hause genommen. Dort hatte Fernanda während der vergangenen Tage "große Angst um ihren Mann", auf den sie jetzt umso stolzer ist. "Er ist Mechaniker", erzählt sie, als solcher hat er bei Östu Stettin in Leoben angeheuert und wurde mehr und mehr zum Spezialisten. Bei dem Einsatz hat sie mitgefiebert: "Schon vor fünf Uhr haben wir ferngesehen", erzählt sie. "Er ist gern im Ausland", meint sie dann und zeigt ein Foto, auf dem ihr Mann vor der Kulisse der Anden zu sehen ist, und hofft, "dass er jetzt bald nach Hause kommt - er ist ja schon seit einem Monat weg . . ."

    Rund vier Kilometer weiter bergauf in Knappenberg gibt es noch eine Frau, die ihren Johannes vermisst - seine Mutter. Sie hatte "solche Angst, dass er ins Loch muss". Jetzt ist sie "froh" und "stolz".

    Ein Gefühl, das sie mit vielen Knappenbergern teilt. Vor allem mit der Familie von Heinz Tilz: Auch seine Frau Ingrid ist Kummer gewöhnt. Auch ihr Mann ist, ebenfalls im Auftrag von Östu Stettin, oft im Ausland unterwegs. "Stolz" ist sie jetzt auf ihn und "sehr erleichtert, dass das alles gut gegangen ist".

    Tilz und Pemberger kennen einander schon lang. "Beide sind bei der Feuerwehr", erzählt Mutter Christine Tilz, "beide machen beim Reiftanz mit". Beide sind in der Bergbaugemeinde aufgewachsen, haben schon als Kinder Grubenluft geschnuppert, was offenbar Folgen hat. Denn auch Tilz war nie als Bergmann unter Tage. Aber irgendwie zieht es den gelernten Elektriker dort hin.

    "Wahrscheinlich hat er das von mir", sinniert der Vater Heinrich Tilz, einst Bergmann, dann auch kurz bei Östu Stettin. Heute führt er in Knappenberg durch das Schaubergwerk. Auf seinen Sohn ist auch er jetzt sehr, sehr stolz: "Irgendwie war ihm das bestimmt", sagt er, "er war ja schon im Vorjahr in Chile im Einsatz, daher kannten sie die Firma und wussten, dass die das können . . ."

    ELISABETH PEUTZ

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