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    Kumpel-Bergung: Chile ehrt steirische Helfer Gerettete Kumpel kommen nach Hause Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chile Nächster Artikel Kumpel-Bergung: Chile ehrt steirische Helfer Gerettete Kumpel kommen nach Hause
    Zuletzt aktualisiert: 13.10.2010 um 21:18 UhrKommentare

    Ein Wunder wird wahr, die Welt sieht zu

    Chile atmet auf, die Welt schaut zu: Die Bergung der 33 eingeschlossenen Bergleute klappt wie am Schnürchen - einer nach dem anderen kommt nach 69 Tagen ans Licht.

    Dank dieser Kapsel erblickten die Bergmänner erneut das Licht der Welt

    Foto © ReutersDank dieser Kapsel erblickten die Bergmänner erneut das Licht der Welt

    Als Alfonso Ávalos von dem Unglück in der Grube San José hörte, machte er sich sofort auf den Weg. 13 Stunden fuhr er von Salamanca aus, wo die Familie zuhause ist, nach Norden. Am 6. August stand er in der Atacama-Wüste vor dem Eingang der Mine - an dem hellblauen Schild mit der Mahnung "Gemeinsam achten wir bei der Arbeit auf Sicherheit".

    Der Farmarbeiter Ávalos war ziemlich allein: "Am Anfang war niemand hier". Dann, sagt er, fand sich immerhin eine Handvoll Fremder ein, mit denen ihn zunächst nichts als das Bangen verband, weil auch sie einen Mann da unten hatten.

    Unermesslicher Schmerz

    Bangt man doppelt, wenn man, wie Alfonso Ávalos, gleich zwei Söhne hat, die von dem unterirdischen Erdrutsch eingeschlossen sind? Ja, sagt er einfach. Aber der Schmerz sei sowieso so groß, dass man ihn eigentlich weder verdoppeln noch halbieren könne.

    Jetzt, nachdem die 33 aus der Mine San José gerettet sind, ist über dem strahlenden Triumph der spektakulären Rettung und der grenzenlosen Erleichterung der Horror der ersten 17 Tage in den Hintergrund getreten - als sie annehmen mussten, einfach zu verhungern.

    Malt man sich aus, was den Männern zweieinhalb Wochen lang durch den Kopf gegangen sein mag, ist die Furcht der Angehörigen das Geringere. Am 15. Tag hörten sie die Sonde, die nach ihnen suchte. Sie verfehlte ihren Schacht um ein, zwei Meter. Dann stellte sie das Bohren ein. Es war wieder totenstill.

    Als die Sonde am 22. August ihr Gefängnis traf, als die Bergleute den Bohrkopf rot anstrichen, um auf sich aufmerksam zu machen, als sie den Zettel mit dem berühmten Satz "Uns 33 geht es gut im Schutzraum" nach oben schickten, war Ávalos nicht mehr allein mit den anderen Angehörigen. Das Unglück wurde zur Sensation, die Chile und die Welt seitdem in Atem hält. Wie die Heuschreckenschwärme fielen die Presseleute ein. Ávalos hat gelernt, Interviews zu geben, aber Dienstagnacht ergriff er die Flucht: Er hielt die Belagerung einfach nicht mehr aus.

    Als das Los entschieden hatte, dass sein Sohn Florencio, 31, als erster durch die 620 Meter lange und knapp 70 Zentimeter dünne Röhre hochgezogen würde, begann die Weltpresse den Zeltunterstand zu belagern, in dem die Familie Ávalos jeden Abend bei Mate-Tee die Beine einem mit glühender Holzkohle gefüllten Becken entgegenstreckt.

    Die Ávalos saßen umzingelt und eingeschüchtert da, und als die Kameras immer näher kamen, rannte der Vater plötzlich wie in Panik davon - wie gehetzt vom Rudel der blindlings nachjagenden Fernsehleute.

    Solche Ereignisse sind die beklagenswerten Begleiterscheinungen der globalen Reality Show mit dem Titel "Los 33".


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