Bohrung des Rettungsschachts in Chile begonnen

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"Holt uns bitte hier raus", hatte einer der seit bald vier Wochen in einer chilenischen Mine eingeschlossenen Bergarbeiter auf dem ersten Video aus der Tiefe gefleht. Seit 5. August sind die 33 Bergleute in dem dunklen Verlies eingekerkert. Seit Montag gibt es endlich Hoffnung: Ein Spezialbohrer begann, einen Rettungsschacht in die Tiefe zu fräsen.
Dutzende Angehörige brachen in der bitterkalten Wüstennacht in Jubel aus und fielen sich mit Tränen in den Augen in die Arme. Sie campieren seit Wochen trotz des harschen Klimas in einer der trockensten Wüsten der Welt in einem Zeltlager bei der Mine, das sie "Esperanza" (Hoffnung) getauft haben.
Am Sonntag hatten sie erstmals kurz über ein Telefonkabel mit den Eingeschlossenen sprechen können. "Ich wünsche meinem Mann Kraft, dass er die Zeit übersteht", sagte eine Frau im chilenischen Fernsehen, die sich mit einer Wollmütze und dicker Daunenjacke gegen die Kälte schützte. "Kraft und Glauben", ritzte einer in einen Felsen ein.
Die größte Sorge der Behörden ist der psychische Druck, dem die Eingeschlossenen ausgesetzt sind. Psychologen betreuen die Männer, von denen einige zeitweise unter einer beginnenden Depression litten. Andere klagten über Probleme wegen des Alkoholentzuges. Die Behörden weigern sich jedoch, Alkohol oder Tabak in die Tiefe zu schicken. Stattdessen wird versucht, die Männer durch einen strikten Tag- und Nachrhythmus sowie feste Arbeitsschichten beschäftigt zu halten.
Die Verschütteten müssen auf jeden Fall körperlich fit bleiben, denn besonders in der zweiten Bohrphase kommt Knochenarbeit auf sie zu. Große Mengen Gestein werden dann während mehrerer Wochen beim Bohren durch den Schacht nach unten fallen. Diese Geröllmassen können nur die Eingeschlossenen selbst beiseite räumen.










