HIV in Österreich: Ein bis zwei Neuinfektionen pro Tag
Der Bedarf nach arbeitsrechtlicher Beratung ist groß: In der Praxis wenden sich HIV/AIDS-Betroffene an die Aids Hilfen, die Arbeiterkammer, das Bundessozialamt, den Behindertenanwalt oder den Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB).
Ein Spezialfall wäre eine Tätigkeit mit regelmäßigen Dienstreisen bzw. Entsendungen in Länder mit HIV-Einreisebeschränkungen. Hier muss die Infektion dem Arbeitgeber mitgeteilt werden. Weltweit behalten es sich 51 Länder vor, Einreise, Aufenthalt oder Zuwanderung zu reglementieren und gegebenenfalls sogar zu unterbinden. Eines der Länder ist Russland: Entsendet ein Unternehmen einen Beschäftigten für mehr als drei Monate oder mehrmals innerhalb dreier Monate nach Russland, dann wird seitens der Einreisebehörde ein (negativer) HIV-Test verlangt.
Der Bedarf nach arbeitsrechtlicher Beratung ist groß: In der Praxis wenden sich HIV/AIDS-Betroffene an die Aids Hilfen, die Arbeiterkammer, das Bundessozialamt, den Behindertenanwalt oder den Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). "Wir gehen derzeit von Schätzungen von ein paar Hundert HIV-Positiver bzw. AIDS-Kranker aus, welche sich in arbeitsrechtlicher Hinsicht heuer an den ÖGB wenden werden", sagt Monika Kemperle, Leitende Sekretärin im ÖGB, zur Austria Presse Agentur.
Erwerbsarbeit hat sowohl für HIV-positive wie -negative Menschen große Wichtigkeit. Ein HIV-positiver Arbeitnehmer ist in Österreich normal sozialversichert. Dabei richten sich die Beiträge - wie bei jedem anderen Dienstnehmer auch - nach der Einkommenshöhe. Sie sind von einem Krankheitsbild oder der Höhe der bezogenen Leistungen unabhängig, betonen die Aids-Hilfen Österreich in ihrem Ratgeber "Recht: HIV und AIDS". Laut Vereinten Nationen könnte die Arbeitsstelle Hauptschauplatz gegen die Diskriminierung HIV/AIDS-Betroffener sein.
Die Aidshilfe Wien spricht von ein bis zwei HIV-Neuinfektionen in Österreich - pro Tag. Die Zahl der neuen Fälle wurde 2009 auf 507 geschätzt. Insgesamt dürfte die Zahl an HIV-Positiven zwischen 12.000 und 15.000 liegen. Die Zahl der AIDS-Patienten liegt bei 1.266. Laut Österreichischer Aidsgesellschaft überlebt heute ein HIV-positiver 20-Jähriger seine Diagnose um 49,4, ein 35-Jähriger um 37,3 Jahre. Laut Österreichischer HIV-Kohortenstudie 2010 wird seit 1992 eine positive Diagnose durchschnittlich im Alter von 30 bis 36 Jahren gestellt.










