Mehr HIV-Infektionen unter Kindern unter Jugendlichen
Erschütternder Bericht des UNO-Kinderhilfswerkes: In Teilen Rußlands entfällt ein Drittel der HIV-Infektionen auf Kinder und Jugendliche. Schuld daran seien die örtliche Politik und Verwaltung.
Mit dem Report "Schuld und Verbannung" legte das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF am Montag bei der Internationalen Aids Konferenz (AIDS 2010) ein Dokument vor, das für Erschütterung sorgen sollte: In einigen Regionen Russlands entfallen ein Drittel der HIV-Infektionen auf Kinder und Jugendliche. 40 Prozent von Straßenkindern in St. Petersburg sind Aids-Infiziert. UNICEF-Generaldirektor Tony Lake bezeichnete die Situation als völlig inakzeptabel.
Aids greift in Osteuropa und Asien schneller um sich
"In Osteuropa und Zentralasien greift Aids schneller als in allen anderen Weltregionen um sich, auch schneller als in Afrika. In Russland stieg die Zahl der HIV-Infizierten seit 2006 um 700 Prozent. In der Ukraine sind 1,5 Prozent der Allgemeinbevölkerung HIV-positiv. Und im Herzen dieser Krise sind die Kinder und die Jugendlichen", sagte Lake. <7p>
Er richtete schwere Vorwürfe an Politik und Verwaltung der betroffenen Staaten: "Das Überraschende und Beschämende ist, dass die Systeme dort betroffene junge Menschen eher von sich weg treiben, als sie aufnehmen und sie zu betreuen. Das geht bis zur Auslieferung an die Strafverfolgung. Das ist völlig inakzeptabel."
"Ich war erschüttert"
Ähnlich auch Michel Sidibe, Chef von UNAIDS: "Ich war erschüttert von dem, was ich in dem Bericht sah. Es machte mich traurig, beschämte und ärgerte mich, brachte mir die Tränen in die Augen. Und meine siebenjährige Enkelin fragte, warum man diese Kinder allein lasse, warum sich niemand um sie kümmere. Die Kinder und Jugendlichen in dieser Region sind die Verwundbarsten der Verwundbaren. Wir können diesen Bericht nicht ignorieren und werden das zu einem zentralen Anliegen machen."











