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Zuletzt aktualisiert: 28.07.2011 um 10:24 UhrKommentare

Landverkauf an China soll mit Schuld an Hunger haben

Der Afrika-Beauftragte der deutschen Regierung, Günter Nooke, sieht die Ursache der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika auch in den umfangreichen Landverkäufen an China. Zu viele Lebensmittel würden exportiert.

Foto © AP

Im Falle Äthiopiens bestehe der Verdacht, dass der Landverkauf für eine kleine Elite sehr attraktiv sei, sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Der breiten Bevölkerung würde es jedoch mehr nutzen, wenn sich die Regierung um den Aufbau besserer eigener landwirtschaftlicher Produktionsstrukturen kümmern würde.

Lebensmittel nur für Export

Es sei zwar nicht alles schlecht, was China in Afrika mache. "Aber Lebensmittel nur für den Export zu erzeugen, kann noch zu großen sozialen Konflikten in Afrika führen, wenn dadurch Kleinbauern der Boden und damit ihre Lebensgrundlage entzogen wird." Die Katastrophe sei daher auch menschengemacht.

Grundsätzlich habe Afrika gute Bedingungen für eine ausreichende Lebensmittelversorgung, sagte Nooke. Oft seien zwei bis drei Ernten möglich. Allen Experten sei aber klar, dass die traditionelle Landwirtschaft durch Kleinbauern nicht mehr ausreiche. Die Flucht in die Städte stelle ein zusätzliches Problem dar. Zum anderen zeige die gegenwärtige Katastrophe, wie wichtig Bewässerungssysteme, eine richtige Lagerhaltung oder der Einsatz von dürreresistenten Pflanzen seien. Da das kostspielig sei, müsse man eine industriell betriebene Landwirtschaft aufbauen. "Wir wollen das international stärker fördern", kündigte er an.

3,7 Millionen akut von Hunger bedroht

Wegen der katastrophalen Dürre und massiven Ernteausfällen am Horn von Afrika haben die UN zwei Regionen im von Anarchie und Gewalt geplagten Somalia zu Hungergebieten erklärt. Mindestens zwölf Millionen Menschen sind von der Krise betroffen, 3,7 Millionen akut vom Hungertod bedroht. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef sind in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti bereits mehr als 2,3 Millionen Kinder akut unterernährt.

Land Niederösterreich spendet 70.000 Euro

Das Land Niederösterreich stellt indes 70.000 Euro zur Unterstützung der Opfer der Hungerkatastrophe in Ostafrika zur Verfügung, teilte Landeshauptmann Erwin Pröll (V) am Donnerstag mit. Die Finanzmittel gehen an das Hilfswerk Austria, das mit lokalen Hilfsorganisationen zusammenarbeitet. Die Hilfsgelder sollen für Trinkwasser und Nahrungsmittel, Medikamente und medizinische Betreuung sowie für Saatgut und landwirtschaftliche Beratung verwendet werden.


Hungerkatastrophe

Die Vereinten Nationen haben in Teilen Somalias eine offizielle Hungersnot erklärt. Das ist die höchste von fünf Alarmstufen in einem Frühwarnsystem der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Eine Hungersnot ("Catastrophe") wird ausgerufen, wenn mehr als 30 Prozent der Kinder unterernährt sind und täglich zwei von 10.000 Menschen durch Lebensmittelknappheit ums Leben kommen. Die höchste Alarmstufe soll die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit wecken. Politische Vollmachten sind damit nicht verbunden.

 

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