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    Zuletzt aktualisiert: 26.07.2011 um 15:12 UhrKommentare

    Hunger in Afrika: "Wenn ich etwas zu essen bekomme, werde ich bleiben"

    Dürre und Hunger herrschen in Äthopien nur wenige Kilometer von der somalischen Grenze entfernt, genauso wie in dem bürgerkriegsgeplagten Nachbarland oder in Kenia.

    Foto © APA

    Rote afrikanische Erde bis zum Horizont, vereinzelt ein paar Schirmakazien und ausgedörrtes Gestrüpp, sonst nichts: Schon beim Anflug auf die kleine Landepiste von Dolo Ado in der Nähe der äthiopischen Flüchtlingscamps kann man das Ausmaß der Hungerkatastrophe erspüren.

    Ein starker, staubiger Wind weht und bedeckt alles, was lebt, mit einer klebrigen, rötlichen Schicht. Manchmal fällt das Atmen schwer, und wer versucht, nach sauberer Luft zu schnappen, inhaliert mit dem gleichen Atemzug gleich ein oder zwei Fliegen. Sie sind überall, angezogen vom Müll und Dreck, setzen sich in die Augen, die Ohren, die Mundwinkel. Die Kinder in den Camps scheinen sich mit dem Ansturm der Insekten abgefunden zu haben - oder sie sind bereits zu schwach, um sie noch zu vertreiben. Ihre Gesichter sind übersät von schwarzen, krabbelnden Punkten.

    Fakten

    Nach Angaben von UNICEF sind in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti bereits über 2,3 Millionen Kinder akut mangelernährt. Allein in Somalia bedroht die Hungerkrise rund 3,7 Millionen Menschen.

    Wer in Dolo Ado unterwegs ist, ist sich nie so ganz sicher, ob er sich noch in einem äthiopischen Dorf befindet oder schon in einem der drei Flüchtlingslager. Denn Dürre und Hunger, die herrschen hier, nur wenige Kilometer von der somalischen Grenze entfernt, genauso wie in dem bürgerkriegsgeplagten Nachbarland oder in Kenia. "Äthiopier können in ihrem eigenen Land keinen Flüchtlingsstatus bekommen, der gilt ja nur für Ausländer", erklärt Judith Schuler vom Welternährungsprogramm (WFP) Äthiopien. "Deshalb müssen wir den Notleidenden hier die Hilfsgüter direkt in die Dörfer bringen."

    In den Camps sind fast alle, die hier auf Hilfe hoffen, Somalier. Mariam Gemale hockt auf der Erde. Die 19-Jährige ist am Vortag nach fünftägigem Fußmarsch im Registrierungscamp von Dolo Ado angekommen. "Ich bin aus dem somalischen Ort Kone und bin einfach einer Gruppe von Leuten hinterhergelaufen, die sagten, sie würden nach Äthiopien gehen." Mit traurigen Augen starrt sie unter dem blauen Kopftuch vor sich hin. Ihre Hände zittern, als sie erzählt: Drei Tage lang hat sie nichts gegessen, bevor sie mit schmerzendem, leerem Magen das Camp erreichte und endlich eine warme Mahlzeit bekam. "Wenn ich hier etwas zu essen bekomme, dann werde ich bleiben", sagt sie.

    Dehebe ist mit ihrem Mann und ihren neun Kindern ins Camp geflüchtet. Sie leiden entweder an Malaria oder Durchfall und sind stark unterernährt. Zwei Söhne liegen in der aus Zweigen und Lumpen selbst gebauten Hütte im Camp Kobe, sie sind bereits zu schwach, um noch aufzustehen. Ihre Beine sind so dünn, dass unwillkürlich Erinnerungen an die äthiopische Hungersnot in den 80er Jahren wach werden. Die Familie stammt aus dem Ort Gurban und ist fünf Tage lang zur Grenze gelaufen. "Hier in Äthiopien ist es friedlich, anders als in Somalia", sagt Dehebe. Zu der gefährlichen Reise hat sie sich zusammen mit ihrem Ehemann entschieden, nachdem ihre Schwester und ihre Mutter dem Hunger in der Heimat zum Opfer gefallen waren. "Wir haben alles verloren, unsere Farm und unsere Tiere. Wir haben nur noch unsere Kinder, und für ihr Überleben werden wir jetzt kämpfen."


    Flüchtlingselend

    Täglich passieren etwa 3.500 Somalier die Grenzen zu Kenia und Äthiopien. Im Laufe der schweren Hungersnot am Horn von Afrika verließen bereits rund 740.000 Somalier ihr Land.

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      Hungerkatastrophe

      Die Vereinten Nationen haben in Teilen Somalias eine offizielle Hungersnot erklärt. Das ist die höchste von fünf Alarmstufen in einem Frühwarnsystem der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Eine Hungersnot ("Catastrophe") wird ausgerufen, wenn mehr als 30 Prozent der Kinder unterernährt sind und täglich zwei von 10.000 Menschen durch Lebensmittelknappheit ums Leben kommen. Die höchste Alarmstufe soll die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit wecken. Politische Vollmachten sind damit nicht verbunden.

       

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