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Zuletzt aktualisiert: 19.03.2009 um 18:37 UhrKommentare

"Dass er lebend nimmer raus kommt, ist das mindeste"

Ein Donnerstag wie jeder andere in St. Pölten: Dass der Prozess im Inzest-Fall von Amstetten am Landesgericht am Nachmittag zu Ende ging, ist der Bevölkerung zwar nicht entgangen, allzu viel Bedeutung wollte man dem Ganzen aber auch nicht beimessen.

Foto © Reuters

"Völlig egal, dass die Verhandlung in St. Pölten war. Das ist ja nicht der erste Verbrecher, dem hier der Prozess gemacht wurde", meinte eine Dame mit Hund, die vor dem beginnenden Schneetreiben Schutz unter dem Vordach der Bushaltestelle unweit des Gerichts suchte.

"Schon gut so". "Was wirklich? Lebenslang? Wissen's, ich hab das jetzt ja nicht mitverfolgt, ich komm grad aus Wien zurück, bin bei meiner kranken Tante gewesen", ergänzte eine ältere Dame, die ungeduldig auf den Busfahrplan schaute. "Aber ich bin erleichtert, dass er das bekommen hat", ergänzte sie. Und überhaupt, dass der Prozess so kurz und schmerzlos verlaufen ist, "ist schon gut so", meinte die Pensionistin.

"Absolut gerecht". "Grad dem Moment hab ich's im Radio gehört", war die knappe Reaktion einer 57-Jährigen, die vor einem Schaufenster in der Fußgängerzone Halt machte. "Ich arbeite zwar nur in der Stadt, aber hier in St. Pölten war der Prozess nicht wirklich ein großes Thema. Das Urteil ist absolut gerecht", meinte sie, ehe sie in der Bäckerei nebenan verschwand.

"International bekanntgemacht". "Dem Image der Stadt hat das sicher nicht geschadet", meinte ein anderer St. Pöltner, während er seine drei Einkaufstaschen auf dem Boden platzierte. "Aber es hat uns international vielleicht bekanntgemacht", sagte er. Der Fall sei so klar gewesen, viel Beweise habe man da gar nicht mehr gebraucht, analysierte er. "Dass er (Josef F. ) lebend nicht mehr rauskommt, ist das mindeste", sagte H.

"Extra deswegen hier". "Ähnlich hart im Urteilen waren auch zwei junge Frauen, die aus sicherer Entfernung das Treiben rund um das Gericht verfolgten. "Ja, wir sind extra deswegen hier", meinte Martina. "Wissen Sie's schon? Anstalt? Geh, das ist ja Wahnsinn, was der gemacht hat, der gehört selber in einen Keller", erzürnte sich eine knapp 20-Jährige. "Wir gehen gleich da in die Schule und waren jetzt jeden Tag hier", erzählten zwei HTL-Schüler, die sich unter den Reportern und Kamera-Leuten eine Platz vor dem Gericht sicherten. "Gut so! Lebenslange Haft, das wollten wir hören", meinten die beiden überzeugt.


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