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Zuletzt aktualisiert: 10.03.2008 um 13:06 Uhr

Brandanschlag auf Salzburger "Kaprun-Staatsanwältin"

Hochentzündliche Flüssigkeit aus einer Flasche geschüttet und diese mit einem Feuerzeug entzündet. Juristin kannte den geständigen Mann selbst: "Konnte gerade noch den Alarmknopf drücken und aus dem Zimmer flüchten".

Das Büro der Staatsanwältin nach der Tat

Foto © APADas Büro der Staatsanwältin nach der Tat

Ein Brandanschlag auf das Büro einer Salzburger Staatsanwältin ist am Montag in der Früh zum Glück recht glimpflich verlaufen: Es wurde niemand verletzt, und auch der Sachschaden ist gering. Der 27-jährige Täter stellte sich noch während der Fahndung selbst der Polizei. Er hatte auf dem Schreibtisch von Eva Danninger-Soriat, die im Kaprun-Prozess die Anklage vertreten hatte, eine brennbare Flüssigkeit verschüttet und diese angezündet. Es dürfte sich um einen Racheakt handeln.

Schreibtisch als Rettung. "Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Der Umgang mit Katastrophen ist für uns ja nichts neues, wir müssen das beruflich immer wieder bewältigen", zeigte sich Eva Danninger-Soriat sehr gefasst darüber, dass ihr nichts passiert ist. Der zwei Meter lange Besprechungstisch, auf den der Täter die Flüssigkeit entzündete, habe sie eigentlich gerettet. "Er hat mich vor dem Feuer geschützt, weil ich gerade an meinem Schreibtisch dahinter saß", schilderte die Staatsanwältin.

Seelenruhig. Der Mann habe kurz nach 08:00 Uhr die Türe ihres Büros im zweiten Stock ohne anzuklopfen aufgerissen und sei hereingekommen. Die kleine, grünliche Wasserflasche, die einer Sprite-Flasche ähnlich sah, "hat er dann ganz ruhig und langsam" über den Besprechungstisch gegossen. Ich fragte ihn, was er da macht, aber er hat kein Wort gesagt. Dann zündete er das Ganze an".

Meterhohe Stichflamme. Als sich eine meterhohe Stichflamme über dem Tisch ausbreitete, drückte die Staatsanwältin geistesgegenwärtig den Alarmknopf. Dann flüchtete sie zur selben Zeit wie der Täter aus dem Büro - "ob er vor oder hinter mir rausgelaufen ist, weiß ich nicht mehr. Ich stand unter Schock. Ich lief in Richtung Staatsanwaltschaftskanzlei und rief, dass die Feuerwehr verständigt werden soll".

Bedingte Freiheitsstrafe. Danninger-Soriat kennt den Mann persönlich: Sie hat ihn laut ORF wegen einer gefährlichen Drohung angeklagt, der Salzburger wurde deshalb kürzlich zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. Es könnte sich deshalb um einen Racheakt handeln, sagte Ermittlungsleiter Major Gerhard Waltl. Nach dem Brandanschlag wurde das Gerichtsgebäude sofort gesperrt und eine Fahndung nach dem Täter eingeleitet. Eine Dreiviertelstunde nach dem Anschlag stellte sich der Verdächtige bei der Polizei. "Er kam ins Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos und wollte einen Suchtgiftfahnder sprechen. Wir haben ihn sofort festgenommen," erklärte Kripo-Chef Huber.


Kaprun-Prozess

Am 11. November 2000 waren bei einem verheer-
enden Brand in einer Stand-
seilbahn auf das Kitzsteinhorn 155 Menschen gestorben.

Im Februar 2004 wurden alle 16 Angeklagte - Bedienst-
ete der Gletscherbahnen Kaprun, Leute vom Ver-
kehrsministerium und Vertreter von Privatfirmen - freigesprochen
, das Urteil wurde 2005 bestätigt.

Foto

Foto © AP

Eva Danninger-SoriatFoto © AP

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