"Internationaler Frauentag" geht auf Clara Zetkin zurück
Frauenrechtlerin, Kommunistin, Freundin Rosa Luxemburgs und Alterspräsidentin des deutschen Reichstags. Clara Zetkin gilt als Gründerin des jährlichen Weltfrauentags.
Der "Internationale Frauentag", der am 8. März in
aller Welt begangen wird, geht auf eine Initiative der deutschen
Linkspolitikerin Clara Zetkin, geborene Eißner (1857-1933), zurück.
Die ursprüngliche Sozialdemokratin und spätere Kommunistin trat seit
1889 öffentlich für die Rechte der Frauen ein. Zetkin, eine
Mitkämpferin der deutsch-polnischen Revolutionärin Rosa Luxemburg,
war als Mitglied der KPD Alterspräsidentin des letzten demokratisch
gewählten deutschen Reichstags (1932).
Frauendemonstrationen.
Auf der Zweiten Internationalen Konferenz der Sozialistischen
Frauen, die 1910 in Kopenhagen stattfand, schlug Zetkin einen
jährlichen Weltfrauentag vor. Bereits 1911 wurde in
Österreich-Ungarn, Deutschland, der Schweiz und Dänemark erstmals der
8. März mit Frauendemonstrationen begangen, an denen sich auch viele
Männer beteiligten. In den darauffolgenden Jahren schlossen sich
Frankreich, Schweden, Russland und die Niederlande an.
Sozialistische Frauenbewegung.
Die Lehrerin, Politikerin und Frauenrechtlerin wurde 1857 in
Wiederau in Sachsen geboren. 1878 schloss sie sich der
Sozialdemokratie an und baute die sozialistische Frauenbewegung auf.
Im selben Jahr ging sie eine Beziehung mit dem russischen
Revolutionär Ossip Zetkin ein. Die Zeit zwischen 1882 bis 1890
verbrachte sie im Exil in der Schweiz und in Frankreich. Nach ihrer
Rückkehr nach Deutschland leitete sie von 1892 bis 1917 die Redaktion
der sozialistischen Frauenzeitschrift "Die Gleichheit".
Abgrenzungspolitik.
Ein Referat Zetkins bei einem Kongress der II. Internationale in
Paris 1889 trug wesentlich zur Einbeziehung der Frauen in die
sozialistische Bewegung bei. Gegenüber der bürgerlichen
Frauenbewegung verfolgte Zetkin eine strikte Abgrenzungspolitik. Die
engagierte Politikerin hielt trotz eines Herzleidens bis zu 300
Vorträge im Jahr. 1907 wurde sie Sekretärin des Internationalen
Frauenkomitees.
Verhaftung.
Als die Führungsspitze der SPD den Ersten Weltkrieg befürwortete
und im Reichstag für die Bewilligung der Kriegskredite stimmte,
stellte sich Zetkin offen dagegen. Sie organisierte 1915 gegen das
Verbot des Parteivorstandes eine Internationale Frauenkonferenz in
Berlin. Ein Flugblatt mit der Forderung nach Beendigung des Krieges
führte zur Verhaftung Zetkins. Sie wurde des Landesverrats angeklagt,
jedoch nach einer Welle des Protests aus der Haft entlassen.
Mitbegründerin der Spartakusgruppe.
1917 trat sie der linksradikalen USPD bei und gehörte zu den
Mitbegründerinnen der Spartakusgruppe. In der KPD, die von ihrer
engen Freundin Rosa Luxemburg mitbegründet worden war, begann sie ab
1919 mit dem Aufbau einer kommunistischen Frauenbewegung.
Abgeordnete im Reichstag.
Von 1920 bis bis 1933 saß sie als Abgeordnete im Reichstag. Als
Alterspräsidentin des deutschen Parlaments warnte sie vor der Gefahr
des Nationalsozialismus. Clara Zetkin starb wenige Monate nach der
Machtergreifung Adolf Hitlers, im Juni 1933, in Archangelskoje bei
Moskau.











