Kärntner Bäcker schlagen Alarm
Hohe Rohstoffpreise, fehlender Nachwuchs: In fünf Jahren sperrt ein Viertel der Bäcker zu.

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Der Berufsstand der Bäcker gerät in Kärnten zunehmend unter Druck. Einerseits machen stark gestiegene Rohstoffpreise und Energiekosten den Betrieben zu schaffen. Andererseits fehlt es vor allem an interessiertem Nachwuchs.
Keine Nachfolger. Zurzeit gibt es 125 Bäcker in Kärnten. "In den kommenden fünf Jahren wird sich diese Zahl auf 85 verringern", schätzt der Innungsmeister der Kärntner Bäcker, Martin Vallant. Gründe dafür gäbe es viele. "Bäcker, die in Pension gehen, finden keine Nachfolger. Unser Berufsstand findet bei der Jugend eben keinen Anklang mehr", sagt Vallant. Grund seien späte Arbeitszeiten und ein angestaubtes Image.
Teure Rohstoffe. Ein akutes Problem für viele Kärntner Bäcker ist die derzeitige Preisentwicklung am Markt. "Spekulanten haben das Getreide entdeckt. Wegen der hohen Nachfrage und Ernteausfällen wurden so die Preise nach oben getrieben", sagt Vallant. Die Kosten für den wichtigsten Rohstoff der Bäcker, das Mehl, stieg seit Herbst um satte 40 Prozent. Eine sechsprozentige Erhöhung des Ladenpreises von Mischbrot wurde alleine durch die Mehlkosten wieder aufgefangen.
Kampf mit dem Handel. Zu kämpfen haben die Bäcker auch mit dem Handel. Viele Betriebe mussten dazu übergehen, große Handelsketten zu beliefern. "Die Ketten können die Preise diktieren. Dabei müssen wir jeden Tag gut 25 Prozent der Ware zurücknehmen und vernichten", sagt der Innungsmeister. Währenddessen werben Supermärkte mit ofenfrisch gebackenen Produkten. "Die werden allerdings im Ausland zugekauft, schon vorbereitet, und dann nur noch in den Ofen geschoben. Beim Bäcker gibt es dagegen alles backfrisch", so Vallant.
Gegenmaßnahmen. Was die Bäcker auch tun, das Sinken ihrer Zahl in Kärnten wird bis zu einem gewissen Punkt nicht aufzuhalten sein. "Die Branche muss sich gesundschrumpfen, bevor sie wieder Fahrt aufnehmen kann", sagt Vallant. Trotzdem denkt der Innungsmeister noch, wie die Situation seines Berufsstandes verbessert werden könnte: "In erster Linie sollten wir den Beruf wieder für Lehrlinge interessanter machen. Dafür müssen allerdings auch die Betriebe eine größere Ausbildungsbereitschaft zeigen."
Marktnische finden. Letzten Endes wird jenen Betrieben, die selbstständig bleiben wollen, nichts anderes übrig bleiben, als ihre eigene Marktnische zu finden: "Wir müssen als Bäcker ein neues Selbstbewusstsein finden. Unsere Produkte stammen vom Teig bis zur Semmel aus einer Hand und das müssen wir den Kunden bewusst machen, das ist unsere Stärke!"
Features
Semmelkosten
9,9 Prozent der Semmel entfallen auf Material und Rohstoffe.
33,1 Prozent betragen die Herstellungs-










