Übers Internet billig zu Kobra und Python
Exotische Tiere erleben einen Boom. Um Gesetze zu umgehen, werden viele Schlangen, Echsen oder Spinnen übers Internet bestellt. Besitzer scheitern oft an der artgerechten Haltung.

Foto © ReutersExotische Haustiere liegen im Trend
Ein 29-jähriger Klagenfurter hat 15 Pythons und zwei Pfeilgiftfrösche in seinem Haus gehalten - und wurde dadurch vor wenigen Tagen Ziel von Einbrechern. Die Täter ließen alle Tiere mitgehen, vermutlich, um sie am Schwarzmarkt weiter zu verkaufen. Denn mit Exoten lassen sich gute Geschäfte machen, wobei nicht alle seriös sind. "Die Haltung von Reptilien und Amphibien ist leider zu einer Modeerscheinung geworden", sagt Marina Zuzzi-Krebitz, Tierschutzombudsfrau des Landes.
Exotische Haustiere. "Die Nachfrage geht quer durch alle Altersgruppen. Auf die Jugend schwappt der Trend, sich ein exotisches Haustier anzuschaffen, jetzt aus den USA über. Kinder lieben Vogelspinnen, Erwachsene bevorzugen Königspythons, Bartagamen und oft auch den grünen Leguan, der eine anspruchsvolle Echse ist", erklärt Helga Happ, Leiterin des Reptilienzoos in Klagenfurt. Erwerben kann man diese Exoten jedoch nicht nur im Fachhandel, der genau weiß, welches Tier an welchen Halter abgegeben werden darf. Übers Internet kann man praktisch alles bestellen - schnell, einfach, billig. Hier fragt man weder nach der Kompetenz des Tierhalters noch danach, ob eine Genehmigung vorliegt. "Von der Kobra bis zur Klapperschlange - übers Internet wird alles verschickt. Jener Steirer, der im Herbst von einer Puffotter gebissen worden ist, hat die Schlange auch im Internet erstanden", führt Happ aus.
Haltung. Gekauft ist ein Exote rasch, bei der Haltung hapert's dann oft. "Es wird vergessen, dass gerade diese Tiere dadurch, dass sie wechselwarm sind und somit ihre Körperinnentemperatur und Lebensfunktionen von der Umgebungstemperatur abhängen, hohe Haltungsansprüche haben", mahnt Zuzzi-Krebitz. Dazu kommen hohe Kosten durch Terrarien, Strom, Heizung, Spezialfutter oder Tierarzt.
Problem. Spätestens wenn der Urlaub naht, stehen Besitzer von Exoten vor Problemen. "Auf die Katze schaut die Oma noch, auf den Python nicht mehr", bringt es Happ auf den Punkt. In Kärnten muss man bei der Exoten-Haltung nicht nur das Tierschutzgesetz, sondern auch das Sicherheitspolizeigesetz beachten. Demnach ist die Haltung aller giftigen und gefährlichen Tiere verboten. Dazu zählen auch Riesenschlangen. Beispiel: Den Königspython darf man halten, weil er nur zwei Meter lang wird. Der Tigerpython wird sechs Meter lang. Ihn zu besitzen, ist verboten.
Features
Haltung
In Kärnten dürfen Riesenschlangen, die länger als drei Meter werden, Giftschlangen und andere als gefährlich geltende Tiere von Privatpersonen nicht erworben und gehalten werden.
Strafe
Erfolgt die Haltung dieser Exoten dennoch, so drohen Strafen von bis zu 2500 Euro, im Wiederholungsfall von bis zu 5000 Euro.











