Medienspektakel: Fällung der Wiener "Sisi-Palme"
Die 170 Jahre alte Pflanze drohte das Dach des Palmenhauses Schönbrunn zu beschädigen und musste nun ihr Leben lassen. Die Überreste sollen versteigert werden.

Foto ©
Einen solchen Medienrummel hat das Wiener Palmenhaus
in Schönbrunn selten gesehen: Eine große Zahl an Journalisten hatten
sich am Montag in der historischen Stahl-Glas-Konstruktion
eingefunden, um der Fällung der 170 Jahre alten "Sisi-Palme"
beizuwohnen. Der Umschnitt wurde notwendig, da die 25 Meter hohe
Pflanze das Gebäudedach zu beschädigen drohte. Ihre Überreste sollen
demnächst versteigert werden, hieß es von den Bundesgärten.
Abstammung
Die "Sisi-Palme" ist ein Ableger der "Maria-Theresien-Palme", die
aus der Pflanzen-
Umsiedelungs-Aktion.
Bereits um 6.00 Uhr Früh habe man mit den Vorbereitungsarbeiten
begonnen, so Günter Wimmer, Sprecher der Bundesgärten. Etliche
Pflanzen im Umkreis der betroffenen chinesischen Fächerpalme
(Livistona) mussten temporär umgesiedelt werden, um keinen Schaden
durch etwaige herabfallende Trümmer zu nehmen. Außerdem wurde ein
Seilzug an einer Stahltraverse knapp unterhalb der Kuppel montiert,
um die einzelnen Stammelemente abtragen zu können.
Schnell gewachsen
Die "Sisi-Palme" zog 1953 in das historische Glashaus
im Schloss-
Angst vor Motorsägen-Problem.
"Wir sind wegen des ungewohnten Medienrummels leicht überfordert.
Aber es läuft besser als wir dachten", versicherte Wimmer gegenüber
der APA, nachdem kurz vor 9.00 Uhr die Krone des aristokratischen
Gewächses vor den Augen bzw. Linsen zahlreicher Kameraleute und
Fotografen entfernt worden war. Zunächst habe man befürchtet, dass
die dichten Fasern womöglich die Kette der Motorsäge verkleben
könnten. "In diesem Fall hätten wir mit einer Zwei-Mann-Säge arbeiten
müssen", hieß es.
Features
Fakten
Laut Bundesgärten werden die mehrere Meter langen Stücke nach der Fällung zwischengelagert. Eine Versteigerung ist geplant, wobei die "Einnahmen unserer Lehrlingsausbildung zugutekommen sollen", so der Sprecher der Bundesgärten.












