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    Zuletzt aktualisiert: 18.02.2008 um 18:43 Uhr

    Medienspektakel: Fällung der Wiener "Sisi-Palme"

    Die 170 Jahre alte Pflanze drohte das Dach des Palmenhauses Schönbrunn zu beschädigen und musste nun ihr Leben lassen. Die Überreste sollen versteigert werden.

    Die "Sisi-Palme" erreichte eine Höhe von 25 Metern

    Foto ©

    Einen solchen Medienrummel hat das Wiener Palmenhaus in Schönbrunn selten gesehen: Eine große Zahl an Journalisten hatten sich am Montag in der historischen Stahl-Glas-Konstruktion eingefunden, um der Fällung der 170 Jahre alten "Sisi-Palme" beizuwohnen. Der Umschnitt wurde notwendig, da die 25 Meter hohe Pflanze das Gebäudedach zu beschädigen drohte. Ihre Überreste sollen demnächst versteigert werden, hieß es von den Bundesgärten.

    Abstammung

    Die "Sisi-Palme" ist ein Ableger der "Maria-Theresien-Palme", die aus der Pflanzen-sammlung der Habsburger stammte und ihren Namen von Kaiser Franz Josef I. erhielt. Sie wurde wegen ihrer Größe bereits 1910 gefällt.

    Umsiedelungs-Aktion. Bereits um 6.00 Uhr Früh habe man mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen, so Günter Wimmer, Sprecher der Bundesgärten. Etliche Pflanzen im Umkreis der betroffenen chinesischen Fächerpalme (Livistona) mussten temporär umgesiedelt werden, um keinen Schaden durch etwaige herabfallende Trümmer zu nehmen. Außerdem wurde ein Seilzug an einer Stahltraverse knapp unterhalb der Kuppel montiert, um die einzelnen Stammelemente abtragen zu können.

    Schnell gewachsen

    Die "Sisi-Palme" zog 1953 in das historische Glashaus im Schloss-park ein. Anfangs stand sie in einem riesigen Holzfass. Dieses wurde mit der Zeit morsch, wodurch sich die Wurzeln ins Erdreich eingruben, was den Wuchs der Pflanze massiv beschleunigte.

    Angst vor Motorsägen-Problem. "Wir sind wegen des ungewohnten Medienrummels leicht überfordert. Aber es läuft besser als wir dachten", versicherte Wimmer gegenüber der APA, nachdem kurz vor 9.00 Uhr die Krone des aristokratischen Gewächses vor den Augen bzw. Linsen zahlreicher Kameraleute und Fotografen entfernt worden war. Zunächst habe man befürchtet, dass die dichten Fasern womöglich die Kette der Motorsäge verkleben könnten. "In diesem Fall hätten wir mit einer Zwei-Mann-Säge arbeiten müssen", hieß es.


    Fakten

    Laut Bundesgärten werden die mehrere Meter langen Stücke nach der Fällung zwischengelagert. Eine Versteigerung ist geplant, wobei die "Einnahmen unserer Lehrlingsausbildung zugutekommen sollen", so der Sprecher der Bundesgärten.

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