Steuerhinterziehung durch deutsche Prominente
Steuerhinterziehung sei ein "Volkssport" geworden, kritisiert die Deutsche Steuergewerkschaft. Besonderes Aufsehen erregten in der Vergangenheit vor allem Fälle von Prominenten.
Patrick Lindner: Das Landgericht München verurteilte den
Schlagersänger im November 2005 zu einer Geldstrafe von 150.000 Euro
wegen Steuerhinterziehung. Lindner hatte nach Überzeugung des
Gerichts Verluste aus der Vermietung seiner Villa in München-Grünwald
an seinen damaligen Lebensgefährten beim Finanzamt angegeben, obwohl
er dort selbst mit diesem wohnte. Demnach verschwieg der Schlagerstar
den Steuerbehörden Einnahmen in Höhe von 100.000 Euro.
Freddy Quinn: Der Sänger kam in einem Prozess um
Steuerhinterziehung im November 2004 dank seines umfassenden
Geständnisses mit einem blauen Auge davon. Der Schlagerstar hatte
seinen Wohnsitz in der Schweiz angegeben, wohnte die meiste Zeit aber
in Hamburg. So hinterzog Quinn von 1996 bis 2001 rund 900.000 Euro.
Das Hamburger Landgericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft auf
Bewährung, außerdem musste der 73-Jährige ein Bußgeld von 150.000
Euro zahlen.
Boris Becker: Um weniger Steuern zu zahlen, verlegte der
Tennisstar Mitte der 80er Jahre seinen Wohnsitz nach Monaco - und
handelte sich damit erhebliche Schwierigkeiten mit den deutschen
Finanzbehörden ein. Denn obwohl er weiter in dem Fürstentum gemeldet
war, soll Becker ab spätestens 1991 seinen Lebensmittelpunkt wieder
in München gehabt haben. Das Münchner Landgericht verurteilte ihn im
Oktober 2002 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von umgerechnet 1,7
Millionen Euro zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe
von insgesamt 500.000 Euro.
Peter Graf: Der Vater der Tennisspielerin Steffi Graf wurde 1997
wegen Steuerhinterziehung von rund zwölf Millionen Mark zu einer
Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Er musste die
Hälfte der Strafe verbüßen, bevor er auf Bewährung wieder frei kam.
Steffi Graf selbst konnte nach einem Anfangsverdacht darlegen, nicht
von den Machenschaften ihres Vaters gewusst zu haben.
Paul Schockemöhle: Als Springreiter galt Schockemöhle als einer
der Weltbesten. Bei der Steuererklärung blieb er an legalen Hürden
hängen. 1996 verurteilte ihn ein Gericht wegen Steuerhinterziehung zu
elf Monaten Gefängnis auf Bewährung. Außerdem musste Schockemöhle dem
Finanzamt 22,6 Millionen Mark Steuern nachzahlen. Der Springreiter
und Geschäftsmann hatte Geld über Stiftungen in Liechtenstein vor dem
deutschen Fiskus versteckt.










