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Zuletzt aktualisiert: 04.02.2008 um 08:41 Uhr

Stalking: Auf Trennung folgt häufig blanker Terror

Allein in Kärnten gibt es rund 200 Stalking-Anzeigen pro Jahr. 80 Prozent der Opfer sind Frauen, die häufig nach Trennungen von ihrem Ex-Mann terrorisiert werden.

80 Prozent der Stalking Opfer sind Frauen

Foto © APA | Schlager80 Prozent der Stalking Opfer sind Frauen

Nachspionieren, auflauern, Telefonterror, Verleumdungen, die bis zur Bedrohung der Existenz gehen - Stalking hat viele Gesichter. Allein in Kärnten gibt es pro Jahr 200 Anzeigen. Und meist sind es Männer, die nach gescheiterten Beziehungen Frauen verfolgen. "In 80 Prozent der Fälle sind Frauen die Opfer, in 20 Prozent Männer", sagt Roswitha Bucher, die Leiterin der Kärntner Interventionsstelle gegen familiäre Gewalt. "Männer können häufig eine Trennungssituation nicht akzeptieren. Das ist eine Form der narzisstischen Kränkung, die sie dabei erleben", weiß Bucher aus ihrer Erfahrung.

Angst und Schrecken. Dermaßen enttäuschte und verletzte Männer können zu Stalkern werden. Sie verfolgen ihr Opfer und versetzen es nicht selten in Angst und Schrecken. "Es ist wichtig zu wissen, dass der Stalker sich im Recht fühlt. Er meint, ihm sei Unrecht geschehen", erklärt Bucher. Stalker wollen unter allen Umständen einen Kontakt zu ihrem Opfer herstellen und können Grenzen nur schwer akzeptieren.

"Das Opfer sollte auf jeden Fall Mut zu einem klaren Nein haben. Man soll sich nicht auf Erklärungen oder gar Entschuldigungen einlassen, sondern höflich und deutlich die Botschaft vermitteln, dass Kontakt unerwünscht ist. Je früher der Stalker von seinem Opfer eingegrenzt wird desto besser", erklärt Bucher.

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Manfred Germadnik, Psychologe aus St. Veit

Konkretes Beispiel. Sie nennt ein konkretes Beispiel: So sollte sich das Opfer nach der Trennung zwar ein neues Handy anschaffen, das alte Handy aber belassen - und zwar so, dass der Stalker auf der Mail-Box landet. Das dient nicht nur dazu, dem Anrufer zu signalisieren, dass man für ihn nicht mehr erreichbar ist, sondern auch zur Beweissicherung. Denn Stalking-Fälle beschäftigen auch die Gerichte.

Professionelle Hilfe. Fühlen sich Frauen, die von ihrem früheren Partner terrorisiert werden, so in die Enge getrieben, dass sie mit der Situation alleine nicht mehr zurecht kommen, sollten sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. "Ist der Mangel an Akzeptanz beim Stalker besonders groß, so sollte man mit der Polizei sprechen oder zu uns kommen", meint Bucher.

Prozessbegleitung. Bei der Interventionsstelle gegen familiäre Gewalt "beschäftigt man sich mit jedem Einzelfall ganz genau. Das beginnt schon beim Einschätzen der Lage", sagt Bucher. Opfer können sich beraten lassen, und man wird mit ihnen einen Sicherheitsplan erarbeiten. "Unsere Tätigkeit erstreckt sich hin bis zur Prozessbegleitung. Und alle Opfer können sich auch anonym an uns wenden", betont Bucher. Die Interventionsstelle ist unter der Telefonnummer 0463/ 59 02 90 zu erreichen.

Hilfe für Täter. Hilfe brauchen aber nicht nur Opfer, sondern in der Regel auch die Täter. Sie können sich an die Männerberatung wenden. Empfehlenswert ist auch eine Psychotherapie, um die Ursachen für das Nicht-Umgehen-Können mit einer Trennung zu erarbeiten.


Diskussionsabend

Unter dem Motto "Wenn der Ex-Partner Terror macht" gibt es einen Abend zum Thema Stalking. .

Termin

Freitag, 8. Feber, 19 Uhr, Diözesanhaus, Klagenfurt, Tarviser Straße 30.

Veranstalter

Katholisches Familienwerk, Katholische Frauenbewegung und das Frauenbüro der Stadt Klagenfurt.

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