"Es geht auch um Menschenwürde"
Viele Firmen schützen sich vor Alkohol. Arbeiterkammer hat Bedenken.
Nicht nur das Internat der Villacher Tourismusschule, sondern auch zahlreiche Firmen schützen sich mehr oder weniger intensiv vor Alkohol. Bei den ÖBB etwa herrscht "Null Toleranz" (Sprecher Christoph Posch) gegenüber Alkohol bei der Arbeit: "Bei uns besteht ein absolutes Verbot von Alkohol, auch Restalkohol am nächsten Morgen." Das sei man den Kunden schuldig. Mehrere Teams machen ständig Stichproben in allen Abteilungen. "Wer erwischt wird, wird vom Dienst abgezogen und muss mit einem Disziplinarverfahren rechnen - in schweren Fällen sogar mit Entlassung."
Kein großes Problem. Für Alfred Graschl von der Arbeiterkammer ist Alkohol kein großes Problem. "Ich habe zwei Fälle in den letzten Jahren gehabt und meine Kollegen wohl auch nicht viel mehr." Grundsätzlich können Unternehmen in ihren Betriebsvereinbarungen auch Regeln über den Umgang mit Alkohol einführen. "Gescheiter ist es, nicht die Konsequenzen zu betonen, sondern die Probleme der Mitarbeiter rechtzeitig zu erkennen und einen Stufenplan für solche Krisen zu erstellen." Routinekontrollen und andere strenge Maßnahmen gegen Alkohol könnten aber durchaus auch die Menschenwürde tangieren.
Problemlösung? "Ich glaube, dass Alkoholprobleme eher zum Anlass genommen werden, ein schon länger bestehendes Problem zu lösen."










