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    Zuletzt aktualisiert: 23.01.2008 um 20:35 Uhr

    Promis prozessieren: Wer hat die Lizenz zum Boot fahren?

    Kärntner soll Ex-Rennstallbesitzer Walter Wolf um eine wertvolle Motorboot-Lizenz betrogen haben. Prozess lockte Autogrammjäger an.

    Um die Lizenz zum Lenken eines solchen Bootes könnte es ich handeln

    Foto © APA (Symbolfoto)Um die Lizenz zum Lenken eines solchen Bootes könnte es ich handeln

    Früher wurden Autogrammjäger auf Promi-Partys fündig, heute vor Gericht. So ändern sich die Zeiten. Immer mehr Promis prozessieren - auch am Landesgericht Klagenfurt. Vor dem Verhandlungssaal 283 kritzelt Ex-Rennstallbesitzer Walter Wolf schnell ein Autogramm auf einen Kotflügel, den ein Fan mitgebracht hat. Dann geht es ans Eingemachte: Wolfs Ex-Geschäftspartner - ein erfolgreicher Kärntner Unternehmer - sitzt wegen schweren Betrugs auf der Anklagebank. Er soll Wolf um seine Motorbootlizenz betrogen haben. Solche Lizenzen sind heiß begehrt am Wörthersee. Ein Russe soll zuletzt 240.000 Euro hingeblättert haben, damit er am See den Motor heulen lassen kann.

    Explosiv. Der Austrokanadier Walter Wolf sagt lässig: "Ich hatte sogar zwei Lizenzen für den See und zwei Motorboote." Ein Boot habe er der Familie von Agnes Husslein zur Verfügung gestellt. "Als ein Freund der Hussleins mit dem Boot fuhr, ist es jedoch explodiert", lächelt Wolf. Dann war es nur noch eines: Dieses "einfache Holzboot" habe er bei seinem Ex-Geschäftspartner untergestellt, dem jetzigen Angeklagten. Und dann habe sich dieser die Lizenz einfach unter den Nagel gerissen. Es gibt zwar einen Kaufvertrag für die Lizenz. "Aber diesen Vertrag habe ich nie unterzeichnet. Meine Unterschrift wurde da hinein kopiert", behauptet Wolf, der von einem gewissen Dieter Böhmdorfer vertreten wird, seines Zeichens Ex-Justizminister.

    Schulden. Der Verteidiger des Angeklagten, Manfred Ainedter - in Seitenblicke fast genauso oft zu sehen wie im Gericht - argumentiert: Wolf hätte Schulden beim Angeklagten. Die Lizenz habe sich der Angeklagte als Sicherheit genommen. Ainedter: "Herr Wolf hat immerhin auf Firmenkosten in Saus und Braus gelebt. Er ist auf Luxusyachten herum gekugelt, hat auf Kosten des Unternehmens seiner Frau Pelzmäntel gekauft und Telefonate im Wert von 100.000 Euro geführt."

    Ex-Partner. Ja, die Hakeln fliegen tief in der so genannten Oberschicht. "Wir reden seit Jahren nicht miteinander", sagt Wolf über seinen Ex-Geschäftspartner. Dass Wolfs Unterschrift gefälscht wurde, kann der Gutachter nicht bestätigen. Der Prozess wird vertagt. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

    MANUELA KALSER

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